Drahteselmarkt „Kinderräder sind besonders begehrt“

Dieser Junge freute sich, dass sein Opa auf dem Drahteselmarkt ein passendes Rad für ihn gefunden hat.
Dieser Junge freute sich, dass sein Opa auf dem Drahteselmarkt ein passendes Rad für ihn gefunden hat. © Foto: Martin Kalb
Sachsenheim / Susanne Yvette Walter 16.04.2018

Seit über 20 Jahren setzen sich Engagierte vom Bündnis 90/ Die Grünen in Sachsenheim dafür ein, dass es in jedem Frühjahr einen Markt für gebrauchte Fahrräder gibt, den sogenannten Drahteselmarkt. Kreisrat Rainer Graef von den Grünen ist von Anfang an einer der treibenden Motoren. „Wenn Räder nicht einfach weggeschmissen, sondern wieder verwertet werden, dann ist das vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit eine feine Sache“, findet Rainer Graef, der mit seinen Mitstreitern den ersten Drahteselmarkt in einem Hinterhof (Lindenhof) abgehalten hat.

Später war der Markt für ein paar Jahre auf dem Bahnhofvorplatz und auf dem Freibadparkplatz. Seit fast zehn Jahren wird er nun an einem Samstag im Frühling wie jetzt beim Fahrradlädle in Sachsenheim abgehalten.

50 bis 80 Fahrräder werden hier jedes Jahr angeboten, weiß Graef, der sich als Schulleiter an der Kirbachschule auch über so manches Fahrrad freut, das nach dem Markt gespendet wird. Das eine oder andere Rad, das sich wider Erwarten vielleicht doch nicht mehr verkaufen lässt, kann nach einer Instandsetzung an Schüler oder an den Asylkreis abgegeben werden.

Graef beobachtet, dass auch hier, der frühe Vogel den Wurm fängt. „Wenn wir um zehn Uhr den Markt eröffnen, sind mehr als die Hälfte der wirklich guten Räder schon weg“, stellt er fest. Wer an einem guten Fahrrad interessiert ist, kommt früh und verhandelt oft schon, wenn die Räder ausgeladen werden.

Kassenschlager Kinderräder

„Besonders begehrt sind Kinderräder. Einige kommen mit ihrem Nachwuchs jedes Jahr her und bringen das zu klein gewordene Rad hier zum Verkauf und suchen sich gleich ein neues aus“, sagt Graef.

Antonio Serraiocco aus Sachsenheim ist schon zum dritten Mal dabei. „Hier bezahle ich keine Standgebühr. Da mache ich auf jeden Fall schon mal kein Minusgeschäft“, freut sich der Sachsenheimer. Er genieße es aber auch, an einem Samstagmorgen Bekannte zu treffen und einen Plausch zu halten.