Freude und Erleichterung waren Holger Albrich anzusehen, als er die Gemeinderatssitzung am Dienstagabend in der Mensa im Großsachsenheimer Schulzentrum schließen und zum geselligen Teil des Abends ins benachbarte Kulturzentrum einladen konnte. Der neue Sachsenheimer Bürgermeister, der sich am 3. Februar dieses Jahres gegen sechs Mitbewerber mit 54,6 Prozent der Stimmen durchgesetzt hatte, war sichtlich nervös bei seiner Amtseinsetzung.

Drei Anläufe brauchte er für den Amtseid, den ihm der Erste Stellvertretende Bürgermeister Sachsenheims, Burkhard Bayer, abnahm. Dieser hatte Albrich in seiner Rede die tatkräftige Unterstützung der Stadträte zugesagt. „Der Großteil der Sachsenheimer Bevölkerung setzt hohe Erwartungen in Holger Albrich, der eine gute Vorstellung davon hat, welche Aufgaben vor ihm liegen“, machte Bayer deutlich.

Darauf wies auch Landrat Dr. Rainer Haas hin, der Albrich feierlich die Urkunde zu seiner Amtseinsetzung überreichte. „Wenn nach 16 Jahren ein neuer Bürgermeister die Geschicke in einer Stadt in seine Hand nimmt, bedeutet dies eine Zäsur“, sagte Haas. Holger Albrich habe jedoch ein „wohl bestelltes Haus“ übernommen.

Haas, der Albrich in einem persönlichen Gespräch bereits näher kennengelernt hatte, unterstrich das große Interesse des neuen Sachsenheimer Bürgermeisters an Europa, das gerade auch auf kommunaler Ebene eine immer wichtigere Rolle spiele. „Wir können uns in einer globalisierten Welt nur Gehör verschaffen, wenn wir innerhalb Europas zusammenarbeiten“, so Haas. Verwaltungsjurist Albrich hat einen Magisterabschluss in Europarecht inne.

Der Ludwigsburger Landkreischef stellte klar, dass die Sachsenheimer Bürger Holger Albrich bei der Wahl einen großen Vertrauensvorschuss entgegengebracht haben, den dieser nun im Interesse der Bürger umsetzen und nutzen müsse. „Die Stadt steht vor großen Entwicklungschancen und wird irgendwann den Sprung zur Großen Kreisstadt schaffen. In diesem Fall wird aus dem Bürgermeister ein Oberbürgermeister“, blickte Dr. Haas in die Zukunft.

Wichtige Ziele im Blick

Doch bevor es soweit ist, möchte der neue Sachsenheimer Bürgermeister vor allem erreichen, dass die Stadt und ihre Bürger wieder mehr zusammenwachsen. „Ein wichtiges, übergreifendes Ziel meiner Amtszeit ist, dass die Stadt mehr und schneller zusammenwächst und selbstverständlich auch die sechs Stadtteile“, betonte Albrich in seiner Antrittsrede. Gerade über die aktiven Sachsenheimer Vereine will Albrich die Bürger der Stadt zusammenführen und dabei mit den gemeinsamen Planungen für das große Heimatfest im Jahr 2020 einen Anfang machen.

Albrich nutzte seine Antrittsrede, um nochmals auf die Punkte aufmerksam zu machen, die ihm in Sachsenheim wichtig sind. Der Ausbau der Kinderbetreuung, die Sanierung der Gemeinschafts-, der Kirbach- und der Kraichertschule, die Vollendung der Erneuerung des Wasserschlosses und der Eisenbahnbrücke zur Steingrube, die Umsetzung eines Konzepts von „Wohnen und Pflege im Alter“ im Kirbachtal, der Ausbau des Breitbandnetzes, die Lösung der Verkehrsprobleme in Ochsenbach und Kleinsachsenheim sowie die Zusammenlegung der Freiwilligen Feuerwehrabteilungen in den Kirbachtalgemeinden sind wesentliche Punkte von Albrichs Agenda für die kommenden Wochen und Monate. „Ich bin froh, dass es endlich los geht und dass ich mich jetzt voll auf Sachsenheim konzentrieren kann“, erklärte Albrich.