Sersheim 9300 Quadratmeter Bauland

Gegenüber dem Wohngebiet im Sonnhof soll das Neubaugebiet Schöllbrunnen entstehen.
Gegenüber dem Wohngebiet im Sonnhof soll das Neubaugebiet Schöllbrunnen entstehen. © Foto: Martin Kalb
Von Michaela Glemser 14.04.2018

Insgesamt 118 Bewerber stehen auf der Warteliste für ein Baugrundstück in Sersheim. „Mit dem neuen Baugebiet ‚Schöllbrunnen‘ können wir diesen Bedarf natürlich nicht decken“, machte Bürgermeister Jürgen Scholz in der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich, „denn dort werden nur 15 bis 16 Baugrundstücke entstehen, aber im gesamten Ort bringen wir in den nächsten ein bis zwei Jahren eine deutliche Anzahl von neuen Wohneinheiten auf den Markt.“ . Der Sersheimer Rathauschef verwies besonders darauf, dass bei einem Projekt im Bereich der Sedanstraße auch der sozialverträgliche Wohnungsbau umgesetzt werde. „Wir versuchen, alle Interessenten vom kleinen bis zum höheren Einkommen zu bedienen“, erklärte Jürgen Scholz.

Das 9300 Quadratmeter große Gebiet „Schöllbrunnen“ liegt an der Unterriexinger Straße am südöstlichen Ortsrand. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich das Wohngebiet „Im Sonnhof“ und nord- sowie südöstlich grenzen Flächen im Landschaftsschutzgebiet an. Im derzeit gültigen Flächennutzungsplan ist das Areal als Mischgebiet sowie als Fläche für die Landwirtschaft ausgewiesen und soll im Rahmen eines Bebauungsplans im beschleunigten Verfahren in ein Wohngebiet übergeführt werden. Aktuell befinden sich die betroffenen Flurstücke teilweise im Eigentum der Gemeinde oder im Privatbesitz, wobei Bürgermeister Jürgen Scholz signalisierte, dass die Eigentümer zur Mitwirkung bereit seien.

Diskussion um Dächer

Planer Uwe Müller vom zuständigen Ludwigsburger Büro KMB hat das Baugebiet in drei Teilbereiche unterteilt. Entlang der Unterriexinger Straße hatte Uwe Müller zweigeschossige Einfamilien- oder Doppelhäuser mit einem Flachdach oder einem flach geneigten Dach bis zu 15 Grad vorgesehen. Dagegen sprachen sich jedoch die Gemeinderäte aus, die für eine Dachneigung zwischen 10 und 25 Grad votierten. Für die Bebauung im mittleren Bereich sind sowohl Satteldächer als flach geneigte Dächer angedacht und die Häuser an der Grenze zur freien Landschaft sollen lediglich eingeschossig mit Satteldach sein. Geschosswohnungsbauten soll es im neuen Gebiet „Schöllbrunnen“ nicht geben.

Die Erschließung soll von der Unterriexinger Straße aus über drei Stichstraßen erfolgen. Der bestehende Längsparkstreifen entlang der Unterriexinger Straße bleibt erhalten, wird jedoch an drei Stellen für die Stichstraßen unterbrochen. Zudem sollen an einer Ecke des Baugebiets weitere vier öffentliche Stellplätze eingerichtet werden. Die Gemeinderäte gaben Planer Uwe Müller noch mit auf den Weg, im Bebauungsplanentwurf auch auf die Einrichtung von Zisternen hinzuweisen und konkrete Mülleimerstellplätze auszuweisen.

Die Vergabe der Baugrundstücke wird in Sersheim erstmals nach den neu beschlossenen Richtlinien erfolgen. So werden die Bauplätze nur an Privatpersonen zur Eigennutzung veräußert, deren Bauvorhaben durch eine Finanzierung gesichert ist. Die Vergabe der Bauplätze erfolgt nach einem Punktesystem. 10 Punkte gibt es beispielsweise für einen verheirateten oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebenden Bewerber, 8 Punkte für ein Kind, 10 für das zweite und jeweils für jedes weitere Kind, 5 bis 10 Punkte für soziale Härtefälle wie pflegebedürftige Angehörige sowie 20 Punkte dafür, wenn der Bewerber jetzt oder in der Vergangenheit für mindestens 15 Jahre in Sersheim gewohnt hat.

Weitere zehn Punkte sind dafür angedacht, wenn der Bewerber seit mindestens drei Jahren in Sersheim arbeitet. Punkte werden auch für langjähriges Ehrenamt sowie für einen Platz auf der bestehenden Warteliste für Baugrundstücke verteilt. Innerhalb einer Frist von drei Jahren müssen die Bewerber, die den Zuschlag erhalten haben, eine Baugenehmigung vorweisen und innerhalb von fünf Jahren ein zulässiges Wohngebäude im Rohbau errichten. SPD-Gemeinderat Roland Stöbe kritisierte, dass ihm die Gewichtung der einzelnen Kriterien teilweise, wie beim Wohnsitz, zu hoch sei. Seine Ratskollegen jedoch stimmten den Vergaberichtlinien mehrheitlich zu.

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