Sersheim 75 Meter auf der Matschpiste

Sersheim / Yasina Hipp 14.08.2017

Normalerweise transportieren Traktoren Strohballen, ziehen Anhänger oder graben Felder um. Nach der Erfindung der Dampfmaschine konnten die Zugmaschinen Landwirten die Arbeit erleichtern. Am vergangenen Wochenende sollten die Traktoren in Sersheim eine ganz andere Aufgabe erfüllen. Denn auf den Feldern am Rande der Gemeinde fand der 28. Sersheimer Trecker Treck statt.

Die Veranstaltung hatte über beide Wochenendtage viel zu bieten. Bei freiem Eintritt gab es ein großes Festzelt mit Live-Musik am Abend, ein Karussell für den Nachwuchs und natürlich das Wichtigste: die Traktoren-Wettbewerbe. Auf die Beine gestellt wurde das Ganze vom hiesigen Verein „Trecker Team“. Emmanuel Setzer, zweiter Vorstand, sagt: „Viele Leute helfen mit, dass alles gut funktioniert. Wir freuen uns immer sehr auf dieses Wochenende.“

Das regnerische Wetter der vergangenen Tage ließ die Stimmung aller Helfer nicht trübe werden. Lediglich die Rennstrecke, ein Acker, war durch den Regen aufgeweicht und sehr matschig. „Wir hoffen, dass es wenigstens nicht mehr regnet, denn wenn der Boden so matschig ist, verlieren die Trecker ein wenig den Grip“, weiß Emmanuel Setzer, der dieses Jahr selbst nicht hinter dem Steuer saß.

Am Samstag um 14 Uhr sollte mit dem Wettziehen der Schmalspurschlepper und Geländewagen alles beginnen. Der Start verzögerte sich, wetterbedingt, aber auch deshalb, weil es mittags noch nicht genügend Teilnehmer gab. Mitmachen durfte jeder, der ein taugliches Gefährt besitzt. Gegen eine Startgebühr von zehn Euro konnte man ohne Voranmeldung an den Start gehen. Letztlich kamen Landwirte und Traktorbesitzer aus der ganzen Region für das Trecker-Treck-Wochenende nach Sersheim getuckert.

Der zweite Vorstand Emmanuel Setzererklärt wie das Wettziehen funktioniert: „Beim Trecker-Treck muss ein mit Gewicht beladener, sogenannter Bremswagen, möglichst weit über die Strecke von 75 Metern gezogen werden.“ Davor werden die Traktoren noch in verschiedene Gewichtsklassen, von circa zwei Tonnen bis zu 13 Tonnen Gesamtgewicht, unterteilt, um einen fairen Wettkampf zu garantieren.

Schlussendlich ist das angestrebte Ziel aller Teilnehmer der „Full Pull“, das heißt den Bremswagen die ganzen 75 Meter hinter sich herzuziehen ohne stecken zu bleiben. „Bei uns geht es also nicht um die schnellste Zeit sondern um die größte Weite“, betont das Vorstandsmitglied Setzer. Während am Samstag die kleineren Klassen an den Start gingen, waren am Sonntag die Standardtraktoren und die Sportklasse an der Reihe.

Am Sonntag die Sportklasse

Christian Hundt aus Eberdingen ist zum Zuschauen an den Trecker-Treck-Acker nach Sersheim gekommen: „Wenn es rattert, raucht und Lärm macht, gefällt es mir immer. Traktoren sind ja ein bisschen ein Spielzeug für Männer, und die Kraft der Fahrzeuge ist beeindruckend.“ Und unter so mancher Motorhaube steckten tatsächlich bis zu 400 PS. Hundt war schon letztes Jahr Besucher der Rennpiste. „Das war eine Riesen-Gaudi letztes Jahr, da haben Jugendliche sogar auf dem Gelände gezeltet und alle haben abends zusammen gefeiert“, erinnert sich der Eberdinger. Die Band „Besser“ war das Highlight des Samstagabends.