Vaihingen 234 Weine stehen zur Wahl

ubö 17.04.2018

Nach jedem Durchgang melden die Jurymitglieder die Punkte: 82, 83, 86. Maximal 100 Punkte kann es zusammen für Farbe, Geruch, Geschmack und Typizität eines Weines geben. Wer die meisten Punkte hat, der bekommt am Samstagabend in der Vaihinger Stadthalle den „Vaihinger Löwen“, den renommierten deutschen Lembergerpreis.

Diese öffentliche Prämierung findet bereits zum 26. Mal statt und wird vom Verein „Vaihinger Weinlöwen“ ausgerichtet. An diesem Samstag, 21. April, 18 Uhr, verleiht die Württemberger Weinkönigin Carolin Klöckner die Auszeichnungen an die Betriebe. Bevor es jedoch Löwen und Urkunden für den besten Lemberger Deutschlands gibt, war am Montag und heute eine neunköpfige Jury im Löwensaal der Vaihinger Stadthalle gefordert.

Neun Experten testen

Neun Weinexperten – Eva Dülligen von der Fachzeitschrift Vinum, der ehemalige Kellermeister Alfred Gaiser, Philipp Kercher als Ausbilder der Sommelierschule, Natalie Lumpp als Deutschlands führende Weinexpertin, Carsten Posch als Sommelier und Weinhändler von der Seemühle, der Gastronom Karl Schempf, Holger Schramm vom Restaurant Christophorus aus Stuttgart, der Weinhändler Thomas Schuster und die Gastronomin Uta Wagner – testeten die ausgestellten Weine. 83 Betriebe, davon 21 Genossenschaften beziehungsweise Kellereien und 62 Weingüter, haben für den Lembergerpreis 2018 insgesamt 234 Weine angestellt – ein Rekordwert. Davon 60 im Bereich klassisch, 79 in der Sparte exklusiv und 95 im Premiumsektor. Nur im vergangenen Jahr, als der „Vaihinger Löwe“ sein 25-jähriges Bestehen feierte, gab es mit der Kategorie „gereifte Lemberger“ ein weiteres Feld.

Martin Fischer, Sprecher der „Vaihinger Weinlöwen“, weiß, dass der Lembergerpreis aus Vaihingen seinen Stellenwert hat. „Die Siegerbetriebe nutzen ihn intensiv für die Werbung.“ So steht beispielsweise bei den Fellbachern, die schon mehrmals den Vaihinger Löwen mit nach Hause nehmen durften, der Löwe im Verkaufsraum. Fischer: „Wir arbeiten daran, dass der Lemberger noch bekannter in Deutschland wird.“ So ist beispielsweise der Blau-Fränkische aus Österreich die gleiche Rebsorte, aber in Bayern kennt kaum jemand den Lemberger.

Der Lemberger wird gerne als hochwertigster Rotwein Deutschlands angesehen. Auch Natalie Lumpp schließt sich dieser Meinung an. Klassisch zeigt er sich tiefrot bis violett, mit Aromen von Waldbeeren und schwarzen Johannisbeeren, kräftig-würzig, mit guter Tanninstruktur. Martin Fischer sieht ihn als guten Essensbegleiter, der sehr vielseitig einzusetzen ist. „Der Lemberger ist auch ein schöner, vollmundiger Wein, mit dem man entspannt den Abend ausklingen lassen kann.“

Das Wappentier der Stadt Vaihingen, ein historisches Trinkgefäß aus dem Jahr 1610, diente als Vorlage für den Siegerpokal, den die drei Erstplatzierten in jeder Kategorie bei der festlichen Preisverleihung in der Vaihinger Stadthalle erhalten. Die Zweit- und Drittplatzierten bekommen jeweils eine Urkunde. Die drei Kategorien sind: klassisch (ohne Holzeinsatz, Verkaufspreis bis acht Euro), exklusiv (mit Holzeinsatz/Holzfass, Verkaufspreis sechs bis zwölf Euro), Premium (Barrique, Verkaufspreis ab zwölf Euro).

Mit der Verleihung des Lembergerpreises startet am Samstag um 18 Uhr die erste „Nacht der Weinlöwen“ – der neue Name der Weinmesse, die nach Jahren in der Aula von Schloss Kaltenstein im vergangenen Jahr wieder in die Stadthalle zurückgekehrt ist. Gegen Eintritt von 19 Euro (Vorverkauf in der Vaihinger Vinothek und den Weinbaubetrieben) und 23 Euro an der Abendkasse kann der Besucher neben den zwölf Siegerweinen mehr als 100 Weine und Sekte probieren. Serviert wird frisch gebackenes Holzofenbrot mit diversen Brotaufstrichen – ebenfalls im Eintrittspreis erhalten. Organisiert wird der Samstagabend von den „Vaihinger Weinlöwen“, zu denen die acht Mitgliedsbetriebe Weingut Faigle, Horr­heim, Weingärtner Horrheim-Gündelbach, Horrheim, Weingut Nonnenmacher, Vaihingen, Lembergerland Kellerei, Roßwag, Weingut Kinzinger, Enz­weihingen, Weingut Sonnenhof, Gündelbach, Weingut Steinbachhof, Gündelbach, und Weingut Walz, Ensingen, gehören.

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