Schulkindergarten Zwei unter einem Dach vereint

Freuen sich über die Zusammenlegung: Martin Schüler, Schulkindergarten-Leiterin Carmen Ahammed, ihre Stellvertreterin Susanne Böhm-Geiselhart und Uwe Weber (von links).
Freuen sich über die Zusammenlegung: Martin Schüler, Schulkindergarten-Leiterin Carmen Ahammed, ihre Stellvertreterin Susanne Böhm-Geiselhart und Uwe Weber (von links). © Foto: Norbert Leister
Reutlingen / Von Norbert Leister 11.07.2018

Einstmals war in dem Gebäude in der Heilbronner Straße 160 die Silcherschule. Das ist aber schon lange her, danach zog ein Schulkindergarten mit Förderschwerpunkt Allgemeine Entwicklung dort ein. Vor rund einem Jahr nun packte Susanne Böhm-Geiselhart in der Aachener Straße mit ihren Kindern mit Sprachförderbedarf die Koffer und zog „mit Sack und Pack“ ebenfalls in der Heilbronner Straße mit ein. „Und heute feiern wir alle zusammen, dass wir unter einem Dach sind“, sagte Carmen Ahammed als Leiterin des neuen Schulkindergartens, in dem sich nun je zwei Gruppen mit dem Förderschwerpunkt Sprache sowie allgemeinen Entwicklung wiederfinden.

„Wir haben die beiden Schulkindergärten in der Aachener Straße und in der Heilbronner Straße über viele Jahre hinweg sehr gut beobachtet“, sagte Uwe Weber. „Vor einem Jahr war der Zeitpunkt da, beide Einrichtungen zusammenzulegen“, betonte der Leiter des städtischen Amts für Schule, Jugend und Sport. Einige Veränderungen galt es in dem Gebäude für rund 150 000 Euro vorzunehmen, ein barrierefreies WC gehörte dazu und etwa die Umgestaltung der Gruppenräume. Vier an der Zahl sind es nun, insgesamt 34 Kinder werden dort auf das Schulleben vorbereitet. Ein zweiter Bauabschnitt werde folgen, betonte Weber.

Das Personal in dem jetzigen Schulkindergarten besteht laut  Sonderschullehrerin aus weiteren Fachlehrerinnen und zusätzlichen Betreuern. Synergieeffekte hätten für die Zusammenlegung gesprochen, sagte Weber. Weil ganz kleine Einrichtungen organisatorisch und auch personell schwerer zu organisieren seien als etwas größere. Kooperationspartner für die beiden Einrichtungen unter einem Dach sind die Erich-Kästner-Sprachheilschule sowie die Peter-Rosegger-Schule für geistig behinderte Kinder. Die Stadt habe sich nach den Worten des Amtsleiters schon früh entschieden, inklusionsbedürftigen Kindern mit den Schulkindergärten ein passendes Angebot zu machen – und das auch über die Stadtgrenzen hinaus.

Anders als anderen Kindergärten „gibt es hier einen Sonderstatus“ (Weber). Die „Arbeitsteilung“ sei wie bei den Schulen: Das Kultusministerium sei für Personal und Schulpläne zuständig, die Stadt für das Gebäude, das Umfeld und für den laufenden Betrieb. „Wir sollten versuchen, die Kindheit der hier Anwesenden zu einem Genuss zu machen“, bezog sich Weber auf ein Zitat von Astrid Lindgren – diesen Namen möchten Elternvertreter und Personal im Übrigen dem neuen gemeinsamen Schulkindergarten geben. Das muss das staatliche Schulamt erst noch genehmigen – was aber laut Martin Schüler kein Problem sein dürfte.

Der Vertreter des Oberschulamtes erinnerte in seinem Grußwort an die Anfänge der beiden Schulkindergärten, in die sich maßgeblich „die Pädagogische Hochschule mit unermüdlichem Einsatz eingebracht hatte“. An dem neuen gemeinsamen Standort sei es gelungen, „einen Ort des Wohlfühlens zu schaffen“. Auch er verwies auf die immer größer werdenden Schwierigkeiten, die beide kleine Einrichtungen zuvor gehabt hätten, etwa bei der Personalsuche. Ein weiterer Grund für die Zusammenlegung sei laut Traude Koch gewesen, dass Eltern in den  vergangenen zehn Jahre Regelkindergärten bevorzugt hätten. Das sonderpädagogische Ansehen sei zurückgegangen, der Inklusionsgedanke mehr in den Vordergrund gerückt.

Dennoch seien, so Koch,  solche sonderpädagogische Schulkindergärten weiterhin vonnöten – weil sie zum Einen auf Entwicklungsrückstände in der Sprache deutlich intensiver eingehen können wie auch auf den anderen Bereich, auf die verzögerte Gesamtentwicklung von Kindern. „Um der Entstehung von Lernproblemen vorzubeugen, kann über Neugier, Spiel, Bewegung und Kreativität das soziale Verhalten, die Wahrnehmung sowie das Lernen allgemein positiv angeregt werden“, wie es in einem Flyer der neuen Einrichtung heißt.

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