Seit 1986 hat die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) TheaterPädagogik nun ihren Sitz in Reutlingen. Rund 1500 Menschen dürften seither die Fortbildungskurse der LAG besucht und absolviert haben, schätzt der erste Vorsitzende Andreas Hoffmann.

Eine durchaus begehrte Ausbildung: Nach drei Jahren können die Teilnehmer die Bezeichnung "Spielleiter" erwerben, nach weiteren zwei Jahren sind sie ausgebildete "Theaterpädagogen". Eine berufliche Zusatzqualifikation, die vom Bundesverband der Theaterpädagogen (BuT) anerkannt und zertifiziert wird - dort ist die LAG laut Hoffmann "angedockt".

Ursprünglich war die LAG eine reine Lehrerfortbildung mit dem Ziel einer qualitativen Verbesserung des Schultheaters, erzählt Hoffmann. Doch mittlerweile besuchen zunehmend auch Angehörige anderer Berufsgruppen die LAG-Kurse: Erzieher, Sozialpädagogen, Beschäftigte aus der Industrie, aus Personalabteilungen und mehr. Der Lehreranteil beträgt nur noch 40, 50 Prozent, der Rest verteilt sich, so LAG-Geschäftsführerin Monika Hunze, auf die verschiedensten Berufe - "vom Gärtner über die Psychoanalytikerin bis hin zum Architekten".

Was machen eigentlich die ehemaligen und laufenden Absolventen in ihrer aktuellen alltäglichen Theaterpraxis? Dieser Frage ging jetzt die LAG-Leitung einmal nach. Und so entstand die Idee einer "Werkschau", einer Art "Theater-Treffen", bei dem LAG-Absolventen ihre jüngst entwickelten Stücke und Inszenierungen zeigen.

Nach einer Ausschreibung sind nun elf Produktionen aus ganz Baden-Württemberg zusammengekommen. Sie alle sind auf dem zehntägigen "Klasse! Treffen" von 12. bis 21. Juni zu sehen - und zwar in der Heppstraße 99/1, einer umgebauten Strickwarenfabrik, in deren Räumlichkeiten die LAG seit 2010 untergebracht ist.

Ein Blick ins Programm zeigt die enorme Bandbreite: Sie reicht vom Lorca-Klassiker über die Woody-Allen-Komödie bis hin zu eigenständigen, thematischen Stückentwicklungen oder Tanztheater-Improvisationen. Die elf Produktionen, federführend geleitet von Theaterpädagogen aus der LAG-Schmiede, spiegeln somit auch verschiedene Tendenzen der gegenwärtigen Theaterszene. Die teilnehmenden Formationen, erläutert Monika Hunze, lassen sich in vier Bereiche einordnen: feste Schauspielgruppen, Kinder- und Schultheater, performatives Theater und Großprojekte wie etwa das Werkschau-Finale "Il Furiose".

Die Gruppen kommen aus ganz Baden-Württemberg, aus Ulm, aus Oberschwaben (Messkirch, Bad Saulgau), vom Bodensee (Gaienhofen) und aus der Schwarzwald-Region (Simmersfeld, Sulz). Aber auch die Region hier - Reutlingen, Metzingen, Tübingen - ist präsent. Zum Beispiel Metzingen: Die so genannten Theaterfreaks - eine Mittelstufen-AG des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums - sind mit dem Stück "Gummibärenschlösser" vertreten. Unter Leitung von Jutta Böske-Schejter, einer Teilnehmerin der LAG-Aufbaufortbildung, arbeiten 18 Schülerinnen mit Elementen des Tanz- und Bewegungstheaters.

Oder Gniebel-Dörnach: "Verzwickte Reiserei" heißt ein Theaterprojekt der 3. Grundschulklasse unter Leitung der Theaterpädagogin Ulrike Tilke, die bevorzugt Langzeitprojekte mit Grundschülern und Stückentwicklungen erarbeitet.

Alles über das Treffen - Spielort, Anmeldung und das komplette Programm im Überblick

Werkschau "Klasse! Treffen" Spielort: LAG TheaterPädagogik Baden-Württemberg, Heppstr. 99/1, 72770 Reutlingen.

Eintritt Der Eintritt zu den Aufführungen ist kostenlos. Um Spenden wird gebeten. Bitte unbedingt vorreservieren bei der LAG TheaterPädagogik BW, unter Telefon: (0 71 21) 21 11 6 oder per E-Mail an hunze@lag-theater-paedagogik.de; weitere Infos online auf www.lag-theater-paedagogik.de.

· Freitag, 12. Juni, 20 Uhr: Eröffnung und Grußworte; 20.15 Uhr: So fern so nah, Rolle Vorwärts, Messkirch;

· Samstag, 13. Juni, 14 bis 17 Uhr: Workshoptag, Augen auf und durch! Über Wirklichkeit und Träume, für Kinder, Jugendliche und Erwachsene; 18 Uhr: Präsentation und Publikumsgespräch;

· Sonntag, 14. Juni, 18 Uhr: Lieben. Glauben. Hoffen, Theaterensemble Junges Kunsthaus Bad Saulgau;

· Montag, 15. Juni, 20 Uhr: Strandgut, drei-K, Tübingen;

· Dienstag, 16. Juni, 11 Uhr: Gummibärenschlösser, Theaterfreaks - Mittelstufen-AG, Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium Metzingen; 20 Uhr: Götterspeisengrün, HoTT - Heppstraße Offener Theater Treff;

· Mittwoch, 17. Juni, 11 Uhr: Verzwickte Reiserei, Theaterprojekt 3. Klasse, Grundschule Gniebel-Dörnach; 14 Uhr: Die Bande vom Nollendorfplatz, Kindertheatergruppe der Kulturwerkstatt Simmersfeld;

· Donnerstag, 18. Juni, 20 Uhr: Wo die Angst wohnt, Theaterkreaturen Tübingen;

· Freitag, 19. Juni, 18 Uhr: Das Herz eines Boxers, Theaterclub Sulz; 20 Uhr: Impuls & Diskussion: Wann kann man's?

· Samstag, 20. Juni: TanzTheater Il Furiose, god.art, Gaienhofen;

· Sonntag, 21. Juni, 18 Uhr: Vorsicht, Trinkwasser!, Theater-AG, 10. Klassen der Freien Waldorfschule Ulm.

SWP