Vermutlich hat der Aufsichtsrat der Kreiskliniken in seiner (nicht-öffentlichen) Sitzung bereits beschlossen, welche Empfehlung er zur Klinik-Zukunft an den Kreistag abgeben will. Wenn dies tatsächlich der Fall ist, sind die angesetzten Infofahrten nur noch Augenwischerei. Denn dann ist zu befürchten, dass die Entscheidung bereits gefallen ist.

Konservative Mehrheit

Der Aufsichtsrat der Kreiskliniken ist ein Abbild des Kreistages: mit einer konservativen Mehrheit aus CDU und FWV, sowie vier amtierenden, einem stellvertretenden und einem zukünftigen (Ober-)Bürgermeister. Wenn sich der Aufsichtsrat für eine (Teil-)Privatisierung, einen Klinikverbund oder einen Managementvertrag entscheidet, wird sich der Kreistag dem wohl mehrheitlich anschließen.

Transparenz und Offenheit wurden im Zuge des ganzen Verfahrens immer wieder betont – die Unsicherheit unter den Klinikmitarbeitern ist aber nicht gesunken, im Gegenteil. Was passiert beispielsweise mit der Neurophase B in Bad Urach? Die Abteilung für neurologische Frührehabilitation an der Ermstalklinik wurde erst vor wenigen Jahren aufgebaut. Im vergangenen Herbst hat der Aufsichtsrat aber die Geschäftsführung damit beauftragt, zu prüfen, ob man die Neurophase B mittelfristig doch nach Reutlingen verlegen kann. 

Sicherer und zufriedener fühlen sich die Mitarbeiter durch ein solches Gemauschel definitiv nicht.

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Landkreis Reutlingen