Zahnradbehn wartet nur noch auf Abfahrtsignal!

ZHL Fest 12 
Freunde der Zahnradbahn Honau-Lichtenstein Peter Bussmann
ZHL Fest 12 Freunde der Zahnradbahn Honau-Lichtenstein Peter Bussmann © Foto: Peter U. Bussmann
Peter U. Bussmann 31.08.2017

Der alljährliche ZHL-Sommerhockete auf dem Bahngelände am Reutlinger Westbahnhof zum Ende der Ferien hin erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Am Dienstag „ging es um sechse los und um sechse war voll“, berichtete ein begeisterter Stadtrat, der sich mit seiner Frau selbstverständlich eine der drei Fahrten mit dem Museumszug nicht entgehen ließ.  Der 1985 gegründete Verein Freunde der Zahnradbahn Honau-Lichtenstein nennt sich seit diesem Jahr Zahnradbahn Honau-Lichtenstein, um zu zeigen, „dass wir eine betriebsfähige Zahnradbahn besitzen“. Und der ZHL erlebt aktuell spannende Zeiten. Sein Zugpferd ist die  württembergische Zahnraddampflokomotive 97 501, die 1985 noch in Obernzell bei Passau als Denkmal stand. Sie  wurde 1922 von der Maschinenfabrik Esslingen als erste von vier Loks dieser Reihe speziell für die Zahnradbahn Honau-Lichtenstein gebaut und hier bis 1962 eingesetzt. Seit der Verein die Lok 1986 nach Tübingen und  dann nach Reutlingen überführt hat, wurde sie komplett zerlegt  und Teil für Teil, Schraube um Schraube von den Mitgliedern instandgesetzt. Der Kessel wurde im Ausbesserungswerk Meiningen in Thüringen aufgearbeitet, als die Arbeiten 2012 abgeschlossen waren, war das gut Stück als Neubau aus alten Teilen betriebsbereit. Sie stellt „einen Gegenwert von einer Million Euro dar und ist bezahlt“, sagt ZHL-Sprecher Michael Ulbricht stolz. Und doch darf sie bislang nur auf einem Reststück der einstigen Gönninger Bahn bis Betzingen verkehren. Für die Zulassung auf dem Netz der Deutschen Bahn und der meisten privaten Eisenbahnen ist ein Funktionsnachweis der Zugssicherungseinrichtung erforderlich. Es musste in einer mehrtägigen Versuchsreihe auf dem Prüfstand des Herstellers nachgewiesen werden, dass die technische Sicherungseinrichtung, ausgelegt für Geschwindigkeiten bis 160 km/h, auch bei niedrigerem Tempo funktioniert. Diese Notbremselektronik wurde in den 60ern eingeführt, die ZHL müssen jetzt eine Neuabnahme machen, eine Bauartzulassung.
Am heutigen Donnerstag nun kommt der Oberbeauftragte des Eisenbahn-Bundesamts und prüft  Unterlagen und Lok. „Wir hoffen, dass wir alle Nachweise erbracht haben“, sagt der Sprecher und ist zuversichtlich, dass es jetzt nach vier Jahren mit der Zulassung klappt. Dann könnte die Lok auch anderweitig fahren und Werbung für den Verein machen. Vielleicht  gibt es schon beim zweiten Sommerhockete-Termin am  Dienstag, 5. September, eine gute neue Nachricht.

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