Kriminalität Zahl der Straftaten steigt

Pfullingen / Von Evelyn Rupprecht 11.10.2018

Zwölf Prozent Steigerung bei den Straftaten im Vergleich zum Vorjahr: Auf den ersten Blick scheint die Entwicklung alarmierend. Bei näherer Betrachtung und mit den Erläuterungen des Pfullinger Polizeichefs Stefan Huber versehen, ist die Entwicklung aber zumindest sachlich nachvollziehbar. Denn im Jahr 2017, so Huber bei der Vorstellung des Kriminalitätslageberichts im Gemeinderat, schlage eine Serie von An- und Verkäufen nicht zugelassener Medizinprodukte in Pfullingen zu Buche. Dazu kämen die Sexualdelikte eines Schwimmlehrers im Freibad. „Ein Fall, der ja allgemein bekannt ist“, betonte der Revierleiter.

Beruhigend klingt das zwar nicht, es belegt aber, dass das Plus bei den Straftaten nicht in der Breite entstanden, sondern auf zwei spezielle Fallreihen zurückzuführen ist. 96 Straftaten mehr als im Vorjahr hatte die Polizei unter anderem deshalb 2017 zu bearbeiten.

892 Fälle waren es insgesamt, 564 davon konnten die Beamten aufklären, was einer Quote von 63,2 Prozent entspricht. Nicht gerade rühmlich ist indes der vierte Platz, den die Pfullinger im Landkreis-Vergleich bei der Fallverteilung belegen. Bei der Häufigkeit der Straftaten, die in Relation zur Größe der Kommune gesetzt wird, kommt die Echazstadt auf die Bemessungszahl 4887. Nur Metzingen, Zwiefalten und Reutlingen stehen bei diesem Vergleich noch vor Pfullingen.

424 Tatverdächtige ermittelt

Insgesamt habe die Polizei in der Echazstadt 424 Tatverdächtige ermittelt, von denen 143 Ausländer seien, so Huber. 315 der potenziellen Täter sind männlich, 109 weiblich. Bei den Delikten handelt es sich vorwiegend um einfache Diebstähle (208), Betrug (142), Körperverletzungen (125), Sachbeschädigungen (116) und schwere Diebstähle (104). Dazu kommen unter anderem noch 30 Rauschgiftdelikte.

„Echte Kriminalitätsschwerpunkte gibt es in Pfullingen nicht“, erklärte Huber, der allerdings dennoch einige Bereiche nannte, an denen die Polizei schwerpunktmäßig gefordert ist. Dazu gehören die Klostersee-Anlage, der Schlösslespark, die Bushaltestelle Laiblinsplatz, der Spielplatz Übersberg, die Half Pipe und das Wohngebiet Burgweg.

Häufig unterwegs waren die Beamten im Jahr 2017 wegen Ordnungsstörungen, Vermüllungen und „Ansammlungen von alkoholkonsumierenden Personengruppen“ im Innenstadtbereich. Wobei die Überwachungs- und Kontrollmaßnahmen der Polizei, unterstützt durch die Aufenthaltsverbote, die das Ordnungsamt ausgesprochen habe, Wirkung gezeigt und an allen Treffpunkten zur Beruhigung geführt hätten.

Nennenswerte Vorkommnisse habe es 2017 nicht gegeben, heißt es im Kriminalitätslagebericht, an dem sich zwar Trends ablesen lassen würden, erklärte Revierleiter Huber, der aber letztlich „nur das Anzeigeverhalten des Bürgers wiedergibt“.

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