Nicht nur in der Kinderbetreuung, auch in den Schulen stellen die steigenden Kinderzahlen die Stadt vor erhebliche Herausforderungen. So besuchen derzeit 3137 Jungen und Mädchen die Grundschulen – das sind 100 mehr als vor drei Jahren, sagte Georg Steiner, Abteilungsleiter im Amt für Schulen, Jugend und Sport, am Dienstagabend im Verwaltungs-, Kultur- und Sozialausschuss des Gemeinderates. In den kommenden Jahren muss Reutlingen zig Millionen Euro ausgeben, um Schulgebäude zu sanieren und zu erweitern. Im Doppelhaushalt sind einige Vorhaben eingestellt, die jetzt zügig  umgesetzt werden müssen.

Die Übergangsquote von den Grundschulen in städtischer Trägerschaft auf die Gymnasien ist, wie der Schulsituationsbericht darstellt, im laufenden Schuljahr leicht zurückgegangen und liegt jetzt bei 49,67 Prozent. Im Jahr zuvor waren es noch 51,65 Prozent gewesen. Das zeigt sich auch an einen ganz leichten Rückgang der Schülerzahlen: 4274 Jungen und Mädchen frequentieren die fünf Reutlinger Gymnasien – ein Minus von 27 Schülern. Allerdings gibt es im laufenden Schuljahr wieder 24 fünfte Klassen, eine mehr als noch im zurückliegenden Schuljahr.

Ebenfalls leicht rückläufig ist die Übergangsquote von den Grundschulen auf die vier Gemeinschaftsschulen, die jetzt bei 30,75 Prozent liegt. Dagegen konnte die Eichendorff-Realschule zulegen. Derzeit besuchen 901 Jungen und Mädchen diese Einrichtung – 22 mehr als im vergangenen Jahr. Da es sich aber inzwischen um die einzige Realschule im Stadtgebiet handelt, sind die dortigen Aufnahmekapazitäten für Schulartwechsler „sehr begrenzt“, wie Steiner im Ausschuss sagte. In Zukunft müssten daher Schüler, die den Anforderungen des Gymnasiums nicht gewachsen sind, verstärkt auf Gemeinschaftsschulen wechseln.

Der Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung habe zu keinen gravierenden Veränderungen geführt, was die Übergangsquote auf das Gymnasium angeht. Rund 20 Prozent der Schüler verließen diese Schulart zwischen der fünften Klasse und dem Abitur. Diesen Wert habe es auch schon vor dem Wegfall der Empfehlung gegeben, sagte Steiner.

Darüber hinaus beschloss der Ausschuss einstimmig, der Einrichtung des Profilfaches „Informatik, Mathematik, Physik“ an der Friedrich-Förster-Gemeinschaftsschule im BZN und am Johannes-Kepler-Gymnasium ab Herbst zuzustimmen.

Über 250 Schüler in Vorbereitungsklassen


Im laufenden Schuljahr gibt es an 14 Schulstandorten 16 Vorbereitungsklassen, die von insgesamt 253 Schülern besucht werden. Das sind 55 Schüler weniger als im vergangenen Jahr.

Vorbereitungsklassen haben die Aufgabe, schulpflichtige Kinder und Jugendliche mit nichtdeutscher Herkunftssprache und geringen Deutschkenntnissen zu fördern, damit sie dem regulären Unterricht folgen können.