Tübingen Wüste Welle bald mit Studio Achalm

Tübingen / SWP 15.05.2012
2011 hat sich die Wüste Welle mit ihrem Programm quer durch alle Musiksparten und quer zum Polit-Mainstream relativ konstant weiterentwickelt.

Das Freie Radio Tübingen/Reutlingen macht seit 1995 ein Programm von Menschen für Menschen der Region, bietet unterschiedlichen sozialen Kräften Zugang zu einem Massenmedium. Wichtig sind Meinungsvielfalt, eine kritische "Gegenöffentlichkeit", niederschwelliger Zugang, die Vermittlung von Medienkompetenz und selbstgestaltete Programminhalte.

Das Programm spiegelt die Gesellschaft in ihrer Vielfalt wider. In der Redaktion sind alle Altersgruppen, sozialen Schichten und Kulturen vertreten. Die Zahl der Sendungsmachenden und der Livesendungen sind gestiegen. Ebenso der Frauen- und Jugendanteil. 2011 füllten fast 150 Sendungsmachende 95 Sendeprofile. Das Verhältnis zwischen Wort-, Musik-, Migranten- und Jugendsendungen hat sich konstant gehalten.

Das Engagement der Sendungsmachenden innerhalb der selbstverwalteten Strukturen des Senders war durchaus erfolgreich, wurde bei der Mitgliederversammlung des Fördervereins berichtet. Dies zeigt sich nicht nur im meist reibungslosen Programmablauf. Es haben sich viele Personen neben ihrer Sendung für das Radio in unterschiedlicher Form engagiert. Der kontinuierliche Sendebetrieb auf ehrenamtlicher Basis ist eine große gemeinsame Leistung aller.

Nach Erhebungen der Media-Analyse hat die Wüste Welle einen Höreranteil von 27,3 Prozent unter den neun nichtkommerziellen Lokalradios im Land und dies mit einem relativ kleinen Sendegebiet.

Herausragend waren 2011 der große Studioumbau und weitere technische Aufrüstungen, zwei Programmrevisionen und die Integration neuer Sendungen. Im Frühjahr 2011 wurden der Antrag für eine Lizenzverlängerung bis 2015 bewilligt sowie die Gemeinnützigkeit um weitere drei Jahre verlängert.

Neben der ehrenamtlichen Programmgestaltung werden Verwaltung, Projektakquise, Öffentlichkeitsarbeit, Projektarbeit, Jugendarbeit, Programmkoordination, Frauenförderung, Techniksupport und mehr von hauptamtlichen Teilzeitkräften, festen Honorarkräften sowie unzähligen Praktikanten erledigt. Das Radio konnte neben den Kosten für Aus- und Fortbildung, Projektarbeit und Techniksupport drei hauptamtliche Teilzeit-Stellen und eine Azubine finanzieren.

Im März wurde die Wüste Welle BIG BAND gegründet, die beim Premierenkonzert bei den Jazz- und Klassiktagen im Sudhaus im Oktober einen furiosen Start hinlegte. Als musikalischer Leiter verpflichtete Bandgründer Lothar Landenberger den Trossinger Hochschuldozenten und Jazztrompeter Bernd Hufnagel. Beim Premierenkonzert brillierten neben der Band die Gastsängerin Sigrun Backu sowie Gastposaunist Eberhard Budziat.

Die Wüste Welle und ihr Förderverein konnten den Mitgliederrückgang (aktuell 346) durch Öffentlichkeitsarbeit wie Liveübertragungen, Soliparties, Kooperationen mit Schulen und Vereinen abfangen.

Die finanzielle Situation des Radios war 2011 trotz Steigerung der Personalkosten, Umbaukosten und umfangreicher Technikanschaffungen stabil und ausgeglichen.

Für 2012 geplant sind ein Radioprojekt mit Jugendlichen mit und ohne Handicap sowie die Schaffung einer Lokalredaktion im Reutlinger soziokulturellen Zentrum franz.K, das "Studio Achalm". Bei EuroNine, dem European Network for Intergenerational Education, stellte die Wüste Welle Anfang Februar den Antrag für ein zweijähriges Multilaterales Netzwerk-Projekt für intergenerative Medienarbeit.

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