Wohnen Wohnungen anstelle von Autos

In der Traubenstraße, dort, wo jetzt ein Autohandel ist, sollen demnächst zwei Wohngebäude entstehen.
In der Traubenstraße, dort, wo jetzt ein Autohandel ist, sollen demnächst zwei Wohngebäude entstehen. © Foto: Evelyn Rupprecht
Pfullingen / Von Evelyn Rupprecht 13.03.2018

Konversion ist das Zauberwort. Die Umwandlung eines Firmengeländes in ein Wohnareal soll das „Handlungsprogramm Wohnen“, in das die Stadt Pfullingen im vergangenen Herbst durchgestartet ist, wieder ein gutes Stück voranbringen. Ziel ist es, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen – der in diesem Fall in der Traubenstraße entstehen soll. Die Baugenossenschaft Pfullingen plant auf dem Gelände, auf dem jetzt noch ein Autohaus mit Werkstatt und Handel steht, zwei Gebäude. Verteilt auf jeweils drei Geschosse sollen 18 Wohneinheiten mit 340 Quadratmetern Fläche entstehen. Dazu kommen noch 24 Stellplätze.

„Ich bin froh darüber, dass hier jetzt eine Wohnbaufläche entsteht“, erklärte Bürgermeister Michael Schrenk in der jüngsten Gemeinderatssitzung, als das Gremium der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplan-Entwurfs „Traubenstraße Teiländerung I“ zustimmte. Womit die planungsrechtlichen Voraussetzungen „im Sinne eines schonenden Umgangs mit Grund und Boden“ geschaffen werden, wie es die Verwaltung in der Gemeinderatsdrucksache formuliert. Mit der Aufstellung des Bebauungsplans soll der Bereich als „Allgemeines Wohngebiet“ ausgewiesen werden, womit das Quartier Traubenstraße und Seitenhalde nicht nur abgerundet, sondern auch verträglich nachverdichtet werden kann.

Derweil erläuterte Meinrad Riedlinger vom Stadtplanungsamt die Vorteile der Konversion, die noch weit über das Entstehen von bezahlbarem Wohnraum hinausgehen. Denn das Areal grenzt an den Eierbach, dessen Uferbefestigung entfernt und als Gewässerrandstreifen ausgebaut werden soll. Optisch dürfte das auf jeden Fall eine Optimierung sein, aber auch, was die Hochwassergefahr angeht, bedeutet das Vorhaben eine Verbesserung. „So entstehen zusätzliche Retensionsflächen“, erklärte Riedlinger den Stadträten.

Das Gelände, das die Baugenossenschaft nun umnutzen möchte, hat eine wechselvolle Geschichte. Es handelt es sich dabei um den ehemaligen Betriebssitz des Bauunternehmens Paul Glöser. Wie alt die Häuser sind, lässt sich nicht mehr genau nachvollziehen, die ältesten Bauakten stammen aus dem Jahr 1959. Ab 1987 nutzte die Schlosserei HKS GbR das Gelände, die nach diversen Beschwerden wegen der Lärmentwicklung den Betrieb an der Stelle neun Jahre später wieder abmeldete.

Mehrere Interimsnutzungen folgten, bis dann der Autohandel einzog, der noch heute an der Traubenstraße zu finden ist. Ende 2017 hat die Baugenossenschaft das Gelände dann als Investor übernommen.

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