Fasching Wochenende in Narrenhand

Das Landesnarrentreffen steigt diesmal in Reutlingen.
Das Landesnarrentreffen steigt diesmal in Reutlingen. © Foto: dpa
Reutlingen / Norbert Leister 08.01.2018

Eigentlich wäre dieses Jahr gar kein Narrentreffen des Reutlinger Männervereins vorgesehen. Eigentlich. Aber: „Der Landesnarrenverband hatte für 2018 keinen Ausrichter für das Landesnarrentreffen gefunden“, berichtet Michael Frank. Weil in Reutlingen in diesem Jahr die Karnevalsgesellschaft aber ihren 111. Geburtstag feiert, lag es also nahe, sich für die Durchführung des Landesnarrentreffens zu bewerben.

Nun werden also am dritten Januarwochenende Narren aus ganz Württemberg unter der Achalm ihr Unwesen treiben. Eigentlich bringt die Organisation solch eines Treffens einen enormen Aufwand mit sich. Trotzdem träumt Michael Frank von einer zusätzlichen, ganz großen, internationalen Veranstaltung. „Mit venezianischem Karneval“, schmunzelt er. „Aber das kann ich meinen Schriftführerinnen nicht zumuten“, sagt Frank lächelnd. Ines Hahn und Karin Kapitel signalisieren, dass sie solche Träume nicht teilen – schließlich bleibt ja jetzt schon der gesamte Schriftverkehr, all die Einladungen und Rückantworten, an ihnen hängen. „Allein dafür müssen rund 90 Stunden aufgewendet werden“, weiß Frank.

Hinzu kommt die Organisation des Umzugs, die Koordination mit Stadt, Polizei und Reinigungsdiensten. „Wir müssen mit bis zu 7000 Euro in Vorleistung gehen.“ Da seien drei Euro Eintrittsgeld für den Umzug am Sonntag, 21. Januar, zwischen Gartentor, durch Metzger- und Wilhelmstraße hin zu Marienkirche und zum Marktplatz doch ein kleiner Beitrag. „An den Einfallstraßen werden wie gewohnt Krawatten für drei Euro verkauft, als Eintrittsgeld“, betont Frank.

Die Veranstalter gehen allerdings bei ihren Zuschauer-Hochrechnungen davon aus, dass wie schon fast gewohnt nur rund ein Drittel aller Besucher an der Strecke auch tatsächlich bezahlen. „Die meisten geben an, sie wohnen in dem Gebiet oder besuchen ihre Tante Erna.“ Lustig sei das aber nicht, schließlich müssen die Organisatoren ihre nicht unbedeutenden Unkosten decken und auch den Verein mit all den Unterabteilungen finanzieren.

Neben dem Umzug am 21. Januar wird schon am Tag zuvor (also am Samstag, 20. Januar) um 12.11 Uhr die Narrensuppe für geladene Gäste ausgeteilt. Um 15.11 Uhr gibt es dann einen Sternmarsch von Nikolai- und Marienkirche hin zum Marktplatz – wo dann der Narrenbaum aufgestellt wird. Auf dem Marktplatz gibt es diverse Versorgungsstände, also Möglichkeiten, um sich zu stärken, bevor es um 16.30 Uhr zur Narrenmesse in die St. Wolfgang-Kirche geht.

Fast nahtlos geht es für die Narren nach dem Gottesdienst in die Reutlinger Stadthalle – wo ab 19.11 Uhr die Jubiläums-Prunksitzung beginnt. Mit neuem Konzept, wie Frank betont. Nach dem Hauptprogramm mit Wommy Wonder, den Bronnweiler Weibern, dem Stuttgarter singenden Prinzenpaar und anderen mehr wird ab 22.30 Uhr die Live-Band „Hautnah“ aufspielen.

Am Sonntag geht’s schon um 10.11 Uhr weiter mit dem Empfang von 170 Zunftmeistern und Präsidenten im Rathaus. Ab 13.11 Uhr folgt der „Große Narrenumzug durch die historische Altstadt“.

Wenn alle etwa 4500 Hästräger aus 89 Gruppen aus ganz Württemberg mit mehr als 20 Guggenmusik-Gruppen und Lumpenkapellen auf dem Marktplatz versammelt sind, geht es nahtlos über zum Narrenfest. Um 17.11 Uhr werden dann alle Gäste mit der Landesverbandsfahnenübergabe an Ditzingen (als nächsten Ausrichter des Landesnarrentreffens) verabschiedet.

Sperrungen am 21. Januar

Zwischen 10 Uhr und 16.30 Uhr sind während des Landesnarrenumzugs am Sonntag, 21. Januar, nach Auskunft der Veranstalter nur die Metzgerstraße sowie Gartenstraße zwischen Aulber- und Schulstraße gesperrt. Die Krämerstraße wird teilweise zu sein. „Mobile Hindernisse“, also Fahrzeuge, werden an den Zufahrten zur Umzugsstrecke platziert – aus Sicherheitsgründen.

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