Reutlingen Windsbraut im Lichthof

Der Künstler Axel Anklam mit seiner scheinbar federleichten Skulptur „Windsbraut“ in der Kreissparkasse.
Der Künstler Axel Anklam mit seiner scheinbar federleichten Skulptur „Windsbraut“ in der Kreissparkasse. © Foto: Marinko Belanov
Reutlingen / OTTO PAUL BURKHARDT 14.07.2016
Sie wirkt so leicht, als könne sie jederzeit abheben. Wegschweben. Dieser Tage präsentierte der Künstler Axel Anklam seine Skulptur „Windsbraut“.

Manche Arbeiten von ihm erinnern an Muscheln, an Trompetenblumen, an Gazeschleier. Scheinbar wolkige Gebilde, organische Formen. Der Bildhauer Axel Anklam hat für die Kreissparkasse Reutlingen ein Objekt mit dem Titel „Windsbraut“ geschaffen.

Dieser Tage wurde die zwei Meter 60 hohe Skulptur im Lichthof der Hauptgeschäftsstelle am Marktplatz aufgestellt, wo sie nun ständig zu sehen ist. Axel Anklam, 1971 im brandenburgischen Wriezen geboren, war bei der Präsentation vor Ort.

Ein bisschen sehen die Skulpturen des gelernten Kunstschmieds und Meisterschülers von Tony Cragg aus wie früher computergenerierte 3-D-Modelle – wie utopische oder urzeitliche Pflanzen- und Tierarten. So auch die neu angefertigte „Windsbraut“, ein Edelstahl-Objekt aus doppelwandigen Metall-Gaze-Netzen, die in der Draufschau eine Art Verschiebungsflimmern auslösen.

Es ist die Leichtigkeit, die scheinbare Schwerelosigkeit dieser Arbeiten, die das „verführerische Bild eines anmutigen Gewölks entstehen“ lassen. So jedenfalls formuliert es Christian Malycha, der künstlerische Leiter und Geschäftsführer des Kunstvereins Reutlingen: „Wie Luft oder Gedanken wehen die einzelnen Gazebahnen ineinander, um gemeinsam mit Licht und Schatten eine stets sich wandelnde Skulptur zu bilden.“ Die scheinbar schwebeleichte, flugbereite „Windsbraut“ wirkt wie geschaffen für den Lichthof. Umso mehr, als sie auf einer Fußsockel-Konstruktion tatsächlich beweglich und drehbar ist.

Mit Axel Anklam, dessen Arbeiten unter anderem 2013 bei der Biennale Venedig und 2015 auch in Reutlingen   zu sehen waren, plant der Kunstverein übrigens demnächst eine Einzelausstellung. Im Februar 2017. Arbeitstitel: „Licht“.