Schulen Wieder mal voll abgeräumt

Die erfolgreichen „Jugend forscht“-Teilnehmer mit zwei der Projekte, ihrem Betreuungslehrer Raphael Dannecker (4. von rechts) und Schulleiter Dominik Kugler (2. von links), bei der Präsentation.
Die erfolgreichen „Jugend forscht“-Teilnehmer mit zwei der Projekte, ihrem Betreuungslehrer Raphael Dannecker (4. von rechts) und Schulleiter Dominik Kugler (2. von links), bei der Präsentation. © Foto: Peter U. Bussmann
Reutlingen / Von Peter U. Bussmann 13.03.2018

Die blicken’s“, sagte Schulleiter Dominik Kugler anerkennend bei der Präsentation der Projekte zum Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ in Donzdorf. In der rappelvollen Aula der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule stellten fünf von sechs Jungforschern der Beruflichen Schule jetzt ihren Mitschülern und der Öffentlichkeit ihre Arbeiten vor. Mit denen haben sie, so Kugler, beim Regionalcontest „voll abgeräumt“  und vier Preise eingeheimst.

Und auch die Steinbeis-Schule selbst, so Kugler stolz, wurde in Würdigung ihres herausragenden Engagements mit dem von CTS Gruppen- und Studienreisen gestifteten und mit 1000 Euro dotierten „Jugend forscht“-Schulpreis ausgezeichnet. Zusätzlich durfte die Schule noch den kleinen Schulpreis, dotiert mit 250 Euro, entgegennehmen. Mit diesem vom Sponsorenpool Baden-Württemberg gestifteten Sonderpreis wird das Engagement ausgezeichnet, in besonderem Maße junge Talente zu fördern. „Diese Voraussetzungen schaffen hier einzelne Personen“, lobte der Schulleiter, und dankte einigen Beteiligten persönlich. Einen besonders dicken Applaus gab’s für Betreuungslehrer Raphael Dannecker, der die Präsentation auch wieder nutzte, um Werbung für die Teilnahme an solchen Forschungsprojekten zu machen. Und auch Kugler wünscht sich, dass „beim nächsten Regionalwettbewerb auch ein paar junge Forscherinnen antreten, dann hätten wir gewonnen!“

Mit dem Bau eines Kamera­krans, schon der fünfte seiner Art, bewarben sich Tim Grabowski mit seinem Partner Robin Dorau, beim Wettbewerb. Immer größer, immer besser, immer professioneller. Trotz seiner Auslegerlänge von neun Metern findet der rund 80 Kilogramm schwere Kran zerlegt auf einem kleinen Wägelchen Platz, ist transportabel und innerhalb von 15 Minuten funktionstüchtig aufgebaut. Um die Standsicherheit des Krans zu garantieren, haben sich die beiden ein raffiniertes Verfahren ausgedacht, bei dem sich die Plattform automatisch und intelligent auch in unwegsamen Gelände nivelliert. Die Jury zeigte sich sehr beeindruckt und vergab den dritten Platz in der Kategorie Technik an die beiden Jungforscher. Grabowski beeindruckte  bei der Präsentation mit einem kurzen Video voller extremer Kamerafahrten.

Die beiden Macher berichteten auch von den Problemen des Kranbaus: „Die Kosten für die Einzelteile haben mich von den Socken gehauen“, gestand Grabowski. Alleine die Gelenklager kosteten 400 Euro. Tatkräftige Unterstützung kam von Doraus Ausbildungsbetrieb Trissel & Kielkopf, ein Fräsbetrieb mit zwölf Beschäftigten in Reutlingen. Deren Vertreterin ergriff bei der Präsentation auch das Wort: „Ich hätte nicht gedacht, dass Ihr so innovativ seid. Von der Idee zur Tat... super!“, lobte sie.

Kann man einen Magneten durch die Abstoßungskraft über einem anderen Magneten schweben lassen? Normalerweise nicht! Die beiden Tüftler Florian Lausterer – er steht kurz vor dem Abi und fand dennoch Zeit zum Experimentieren – und Jonas Burkowitz halfen mit Mikrokontroller, Sensoren und selbst gewickelter Elektromagnete nach. Das Projekt war der Jury Platz drei in der Kategorie Physik wert.

Paul Jenny hat im Vorjahr Abi gemacht und ist begeisterter Modellsegler. Sein Fachgebiet ist die Schwerpunktoptimierung am Modellsegler. In diesem Jahr  beschäftigte er sich mit der physikalischen Simulation seines Segelflugzeugs. Mit dem selbst geschriebenen Programm untersucht er den Einfluss des Schwerpunkts auf die Flugeigenschaft des Flugzeugs. Wie im Vorjahr fand die Jury das Projekt so toll, dass er einen zweiten Platz in der Kategorie Physik erhielt.

„Wie schwer ist jetzt wohl mein Pkw-Anhänger“, dachte sich Hannes Hartmann beim Anblick seines vollen Hängers. Unterstützt von seinem Ausbildungsbetrieb Bosch entwickelte er ein inzwischen patentiertes Messsystem, das das Gewicht der Zuladung präzise bestimmen kann. Optische Entfernungssensoren und jede Menge Mathematik machen es möglich. Die Jury verlieh ihm den zweiten Platz in der Kategorie Arbeitswelt.

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