Sechs Lebensläufe, sechs Schicksale, sechs Mal die Abwärtsspirale – sechs Menschen, die es aber auch zurückgeschafft haben in eine Gegenwart, die sehr viel mehr zu bieten hat, als die Vergangenheit.

Sascha Ohlekopf, Sandra Gaidzik, Beate, Joe und das Ehepaar W. haben mit uns darüber gesprochen, wie es ist, auf einmal ohne eigene Wohnung dazustehen. Sie haben ihr Daheim verloren – und für sich den Begriff „Heimat“ neu definiert. Trennungen, Todesfälle in der Familie, Depressionen, Alkoholsucht, der Verlust des Arbeitsplatzes: Es waren schwere Schicksalsschläge, die unsere Gesprächspartner zu verkraften hatten und die sie aus der Mitte unserer Gesellschaft in ein Außenseiter-Dasein katapultiert haben. Dass sie zurückgefunden haben ins Leben, ist unter anderem der Reutlinger Arbeiterwohlfahrt zu verdanken, die sich ihrer angenommen und ihnen geholfen hat, ein neues Zuhause zu finden. Sie leben heute in „Oasen“ – Appartement-Gebäude, die die GWG und die AWO gemeinsam bereitstellen –, im Elisabeth-Zundel-Haus für wohnungslose Frauen und in betreuten Wohnungen. Einige von ihnen haben sogar den Schritt in die komplette Selbständigkeit geschafft.

AWO-Geschäftsführerin Gisela Steinhilber hat uns die Gesprächspartner vermittelt, die in den unten stehenden Berichten zur Wort kommen. Was sie alle eint: Ihre enge Beziehung zur AWO und das Vertrauen, das sie deren Mitarbeitern entgegenbringen. Doch Gisela Steinhilber weiß auch: „Die Leute haben ins Leben zurückgefunden, weil sie das so wollten. Das Wollen ist es, was wirklich zählt.“