Sportlerehrung Wertschätzung für die Aushängeschilder des Sports

Für so viele erfolgreiche Frauen reicht die Bühne kaum aus: Die drei erstplatzierten Damen-Mannschaften.
Für so viele erfolgreiche Frauen reicht die Bühne kaum aus: Die drei erstplatzierten Damen-Mannschaften. © Foto: Gabriele Böhm
Reutlingen / Von Gabriele Böhm 22.04.2018

Sehr gut besucht war die Sportlerehrung des Sportkreises Reutlingen, die am Freitagabend im Kulturzentrum franz.K stattfand. Unter den Gästen konnte Karl-Heinz Walter den Hausherrn Bürgermeister Robert Hahn, MdB Michael Donth (CDU), den Landtagsabgeordneten Ramazan Selcuk (SPD) sowie zahlreiche Bürgermeister begrüßen, die ihre Sportstars auf die Bühne begleiteten.

Triathlon-Europameister Matthias „Matze“ Klumpp bat zur Verleihung des Sonderpreises der Kreissparkasse Reutlingen für Behindertensportler den stellvertretenden Vorsitzenden Joachim Deichmann auf die Bühne. Mit einer Urkunde ausgezeichnet wurden das Team Leichtathletik der TSG Reutlingen Inklusiv für mehrere erste Plätze bei Deutschen Meisterschaften sowie Nils Neumann von der TSG für den zweiten Platz bei den Landes-Rollstuhlmeisterschaften. „Sie alle sind ein Aushängeschild im Bereich Inklusion“, so Klumpp.

In seinem Grußwort überbrachte Robert Hahn die Glückwünsche von Oberbürgermeister­in Barbara Bosch und betonte den hohen Wert von Vereinsfunktionären, Eltern, Trainern und Betreuern, die maßgeblich zum Erfolg beitrügen.

Verwaltungsdezernent Gerd Pflumm dankte im Namen von Reutlingens Landrat Thomas Reumann dem Sportkreis, der den Kindern und Jugendlichen Orientierung biete. „Sie sind seit vielen Jahren ein verlässlicher Partner. Die jährliche Unterstützung durch den Landkreis ist eine gute Investition.“

Der Sonderpreis der BZV der Volks- und Raiffeisenbanken im Kreis Reutlingen, vertreten durch den Vorsitzenden Martin Schnitzler, ging an Boxlegende Max Herfert. Ursprünglich Theologiestudent in Tübingen begann er im Alter von 30 Jahren mit dem Training und widmete sich in seinen kostenlosen Trainingsangeboten Straßenkindern, um ihnen, so Klumpp, etwas fürs Leben beizubringen. „Kampfkunst sollte immer defensiv eingesetzt werden“, sagte Herfert. „Sport trägt sehr zur Gesundheit bei.“

Der erste Platz bei den Mannschaften (die ausführlichen Ergebnis-Listen haben wir bereits ins unserer Samstagsausgabe im Lokalsport veröffentlicht) ging erneut an die „Tussies“, die Frauenhandballmannschaft der TuS Metzingen, die den dritten Platz in der Bundesliga belegt und von denen acht im Nationalkader spielen. „Egal, wie stark man unterstützt, letztlich kommt es auf die Qualitäten der Sportlerinnen an“, sagte Claus Harr von der Mercedes-Benz-Niederlassung Reutlingen Tübingen als Sponsor. Gleich auf der Bühne stehenbleiben konnte Metzingens Erste Bürgermeisterin Jacqueline Lohde, denn auch der zweite Platz ging in die Sieben-Keltern-Stadt. Die Damen des Leichtathletik-Siebenkampfs der TuS Metzingen gehören, so Kumpp, zu den besten in ganz Deutschland.  Auf den dritten Platz kam das Langlaufsprint-Team Isabell Hagmaier und Katja Mettang vom SV Bremelau, das den ersten Platz bei den Baden-Württembergischen Meisterschaften belegte.

„Ich finde den Mehrkampf abwechslungsreicher, als sich zu spezialisieren“, sagte Sophie Hamann von der TuS Metzingen, auf dem dritten Platz bei den Damen. Im Hochsprung Frauen liegt sie an der siebten Stelle der Deutschen Meisterschaften, ihr aktuelles Ziel ist die Europameisterschaft. Im Kader der Jugendnationalmannschaft und dort Europameisterin ist Lea Neubrander vom TSV Oberhausen, die als sehr gute Leichtathletin begann und jetzt als Handballerin erfolgreich ist. Sie belegte den zweiten Platz bei der Sportlerehrung. Der erste Preis ging an Anja Knapp von der SG Dettingen, die als Triathletin den zweiten Platz bei den Deutschen Meisterschaften im Sprint erreichte, seit sieben Jahren weltweit als Profiathletin unterwegs ist und jetzt auf Tokio hofft.

Mit einem beim Sport zugezogenen Kreuzbandriss kam Marco Jäckel vom TSV Betzingen auf die Bühne. Als Deutscher Junioren-Meister belegte er am Freitag den dritten Platz. Tokio ist auch für ihn ein Ziel. Auf dem zweiten Platz landete der per Video aus den USA zugeschaltete Vizemeister der Süddeutschen Meisterschaften im Speerwurf, Marian Spannowsky, der gerade die 70-Meter-Marke „geknackt“ hatte. Auch Sieger Uli Schwenk bedankte sich für seinen Preis per Video. Das Mitglied des Luftsportvereins Münsingen-Eisberg belegte unter anderem 2017 den zweiten Platz bei den Weltmeisterschaften im Segelflug.

Für viel Gelächter sorgte die Impro-Show „Theatersport“ vom Harlekin-Theater Tübingen. Die Mitglieder schafften es in Rekordzeit, aus den auf der Bühne gesprochenen Zitaten eine Geschichte zu erzählen.