Egal, wer von den zehn Künstlerinnen und Künstlern am Samstag und Sonntag bereitwillig Rede und Antwort stand, egal, wer mehr oder weniger ausführlich über ihre oder seine Werke sprach – allen war die Begeisterung für ihr Tun, für ihr Wirken ins Gesicht geschrieben. „Es muss halt Spaß machen“, sagten die Aktiven aus dem Betzinger Künstlerkreis übereinstimmend. Und dass sie alle Freude am Schaffen ihrer Werke haben, das war auch ihren Werken anzusehen.

Einzige Ausnahme bei der Ausstellung war einmal mehr Doris Bornhäuser, die wie auch im vergangenen Jahr wieder jede Menge Produkte aus diversen Einrichtungen behinderter oder kranker Menschen in Äthiopien zeigte. „Mit dem Erlös unterstützen wir das Schulprojekt für geistig-behinderte Menschen in Addis Abeba“, erläuterte die Gründerin der Schule und engagierte Kämpferin für die Rechte behinderter oder kranker Menschen in dem afrikanischen Land.

Viel Können und Freude sprachen aus den Werken der anderen neun Künstler, die am Wochenende ihre Werke in der Zehntscheuer präsentierten. So auch Marlene Neumann, die sich im Bereich der Radierungen, der millimetergenauen, detailreichen realistischen Darstellung von Tieren etwa auskennt. „Man braucht viel Geduld dazu“, sagte sie. Gezeichnete Porträts und Windräder stellte Reiner Wolk aus, „die Windräder sind aus einer Spielerei heraus entstanden“, betonte er. Deshalb gestaltete er die winzigen und etwas größeren Räder trotz alledem extrem kunstvoll und mit großem Können. Denn dass sich die Flügel tatsächlich bei Luftbewegung drehen, habe ja ganz viel mit Aerodynamik zu tun – was kein ganz einfacher Bereich sei.

Christine Mayer beeindruckte auch diesmal wieder mit ihren Engeln, in allen Formen und Farben, und das sogar als Punk. Aber die Betzinger Künstlerin kann auch anders: „In Ägypten habe ich Aquarellbilder mit Nilwasser gemalt“, sagte sie. Ein Bild von ihr stach in der Zehntscheuer großformatig sofort ins Auge: Das Abendmahl von Leonardo da Vinci auf roter Leinwand, „da habe ich mit Silikon gemalt“, sagte Mayer. Mit Silicon? „Ja, wir hatten nach dem Hausumbau so viel Silikon im Haus, das musste weg.“

Theresia Hummel war am Wochenende zum ersten Mal beim Betzinger Künstlerkreis dabei. Sie malt mit heißem Wachs, „eine uralte, fast 4000 Jahre alte Kunstform“, wie die Kunstschaffende berichtete. Faszinierend ihre Karten und Bilder, aber auch die Steine und Weihnachtsbaumkugeln, die sie farbenreich bemalt.

Rosemarie Rothammer fertigt ihre Aquarelle ausschließlich in der Natur, „am liebsten bei Malreisen wie in diesem Jahr auf einer griechischen Insel“. Ihr Mann dürfe auch mit, muss sich aber dann verziehen, wenn sie ihr Motiv gefunden hat. „Wir gehen dann wandern in wundervoller Landschaft“, sagte ihr Gatte, der sich mit „Leidensgenossen“ zusammentut und so ebenfalls zu Urlaubsfreuden kommt.

Eva-Maria Fink malt mit Tusche, aber auch Aquarelle. Anfang 2018 hat sie vor allem Kugeln gemalt, weil es ihrem Mann gesundheitlich sehr schlecht geht – „wenn ich male, kann ich wenigstens zwei Stunden lang völlig abschalten“, berichtete sie. Aber sie fertigt auch Holzskulpturen und malt Fantasie-Monster für ihre Enkel, die von liebenswert bis alptraumhaft die Betrachter anzuschauen scheinen. Oder Fink kreiert eine scheinbar orientalische Stadt, die sich beim näheren Betrachten aus Bierkrügen zusammensetzt.

Regine Lischka wiederum fertigt Schmuck, schreibt Kinderbücher und Gedichte, komponiert Lieder, zeichnet – es gibt offensichtlich keinen künstlerischen Bereich, in dem sie nicht aktiv ist. Bernhard Bachor war erneut mit seinen Astholz-Mini-Stuhl-Kunstwerken vertreten. Er beschreibt damit sogar politische Aussagen wie „Niemand ist gleich“ oder „Sozialer Abstieg“. Vor allem wolle er zum Nachdenken anregen. Oder auch zur Kreativität. Hauptsache anregen.

Christa Lamparter war ebenfalls erstmals bei der Ausstellung Betzinger Künstler dabei: Sie hat mindestens genauso viel Freude an ihrer Ölmalerei wie an ihren Edelstein, Muschel- oder Steinchenbäumen, die sie kunstvoll mit Kupferdraht fertigt. Auch sie sagt: Wenn sie konzentriert zwei Stunden male, sei sie in dieser Zeit sozusagen in einer anderen Welt.