Grabenstetten/Hülben/Erkenbrechtweiler / swp

Die Autorin Susanne Hinkelbein, bekannt durch ihre Produktionen am Theater Lindenhof (Berta und Marta, Waidmannheil oder aktuell Die Windmüller), schreibt auch für das Inter!m–Festival auf der Grabenstetter Halbinsel.

Lange hat sie recherchiert, um an „echte G’schichten“ aus der Region zu kommen. Extra hierfür wurde von der Grabenstetterin Ursel Bernlöhr ein Erzählcafé eingerichtet. Auch bei Treffen in der Hülbener Lichtstube, beim Stammtisch von Grabenstetten und in Einzelgesprächen konnten viele Informationen zusammengetragen werden.

Alte Tonbanddokumente

Die größte Entdeckung machte die Autorin aber eher durch Zufall: In den 1960er Jahren hatte der mittlerweile verstorbene Gerhard Dümmel aus Hülben die Erzählungen seiner Eltern und anderer Hülbener über das, „wie’s früher einmal war“, auf Tonband aufgezeichnet. Geschichten aus den Weltkriegen und der Nachkriegszeit, aus der Kindheit und Jugend sowie aus dem dörflichen Alltag.

Bemerkenswert ist auch die Sprache: Ein Schwäbisch, so knorzig, so eigen, so fremd, wie man es heute kaum mehr hört. Gerhard Dümmels Familie hat diese Aufnahmen Inter!m freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Da es zum Konzept des Festivals gehört, dass die unterschiedlichen Künste eng zusammenarbeiten, hat Susanne Hinkelbein dem bildenden Künstler Benoit Maubrey den Schatz zur künstlerischen Weiterentwicklung überlassen. Er hat sich darauf spezialisiert, mit dem zu arbeiten, was er vor Ort akustisch entdeckt, ob in Tokio, in Kairo oder auf der Schwäbischen Alb. Die Lautsprecher, die er hierfür benötigt, werden zu tönenden Skulpturen.

Field/Feld, so der Titel der Installation, ist eine weite frisch gepflügte Ackerfläche bei der Festivalwiese, auf welcher zirka 60 Lautsprecher in die Erde eingraben sind. Münzen, Knochen und andere archäologische Fundstücke sind stumm. Diese akustischen Fundstücke tönen und lassen Bilder aus der Vergangenheit entstehen. Das Projekt ist Teil des Förderprogramms Lernende Kulturregion Schwäbische Alb und wird gefördert durch „Trafo – Modelle für Kultur im Wandel“, einer Initiative der Kulturstiftung des Bundes und durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst und das Mini­sterium für ländlichen Raum.

Aufführungstermine, Tickets und Infos

Die akustische Installation ist unter der Woche vom 17. September bis zum 3. Oktober zwischen 11 und 18 Uhr auf dem Festivalgelände zu erleben. Und zwar an den Aufführungstagen – 16./17. September, 22./23. September, 29./30. September und 1. Oktober von 11 bis 16 Uhr –, sowie im Rahmen der Aufführungen.

Weitere Informationen über www.interim-kulturhandlungen.de. Tickets für die Aufführungen gibt es unter www.reservix.de. swp