Unterhausen / JÜRGEN HERDIN  Uhr
Eine Gaudi wars, das dritte Elfmeter-Turnier, zu dem der TVU am Freitag über zwei Dutzend Teams begrüßen konnte. Sie trugen Fantasie-Namen und folgten der Devise: Bier ja, aber bloß nicht bierernst.

Die Narren von "Wurzelsepp", bekannt aus der Lichtensteiner Fasnet, traten im Häs, also in Lederhosen an, die "Spielerfrauen Venus und Mars" sollten ihnen ebenso die Bälle um die Ohren hauen wie die Wanderfreunde Enzian. Wobei die Mädels ihre Elfmeter aus neun Metern Distanz schießen durften. Fünf Austragungsorte und Fünferteams gabs auf dem Sportgelände Berg, rund 150 Balltreter und ein am Computer ausgerechneter Spielplan, den Sebastian Prunkl vom TV Unterhausen entworfen hatte - der aber durch wenig disziplinierte "Sünderlein" dann doch immer wieder etwas durcheinander geriet.

Zum Auftakt der Fußball-Europameisterschaft, deren erstes Spiel in einem kleinen Zelt übertragen wurde, gingen in dem frohen Getümmel auf dem Feld schon einmal Spieler oder Torhüter kurzfristig verloren. Die fand man dann an der Bar oder bei Essen: Ohne Mampf kein Kampf, da mussten die Schützen schon einmal warten.

"Das ist jetzt das dritte Turnier dieser Art - und ich bin mit der Resonanz sehr zufrieden", sagte Andreas Dollinger von der Fußballabteilung des TVU, der zusammen mit seinen Kameraden schon vor einem halben Jahr begann, die Werbetrommel für die Veranstaltung zu rühren. Zwischen 13 und 60 Jahre waren die Balltreter alt. Die Lichtensteiner Narrenzunft Krautscheißer schickte dabei ein Damen-Team, dass sich mit dem Regelwerk des Fußballs bestens auskannte.

Uschi, Elke, Marie-Lena, Michaela und Simone reklamierten, ungeduldig geworden, eine Drei-zu-Null-Wertung für sich, weil sich der gegnerische Torwart erst gar nicht blicken ließ - dann reichlich spät doch noch angetreten war.

Wie die Hexen an der Fasnet tanzten sie dann aber auch aus der Reihe und Übel beschwörendes um einen Schützen der Wurzelseppen herum, der seinen Elfer dann auch glatt verschoss.

Die Torleute, allesamt Männer, hechteten so manchem Ball akrobatisch hinterher, wobei man sich beim Turnier einig war: Auf so richtig knallharte Schüsse wie im richtigen Leben sollte verzichtet werden. Es ging ja um nichts - außer um Spaß an der Freude.

"Die Robbens" nannte sich eine Gruppe der Elfmeterschützen, die es dem glücklosen Holländer aber nicht gleichtun wollten. Sie verschossen aber doch hier und da. Das Nachschießen war übrigens verboten. Ein Quintett aus Pfullingen, vier Schützen und ein Torwart, hatten sich gar nach einer Gaststätte benannt, "obwohl die gar nichts davon wussten", gab Alex (17) zu.

Und wie siehts mit den Favoriten für ein mögliches Elfmeter-Schießen des deutschen EM-Teams aus? Zwar gebe es da durchaus Hochkaräter in der Hinterhand, war beim Turnier in Unterhausen zu hören. Doch nicht nur Marc (16) vom 1. FC Unterläublingen setzte im Fall des Falles vor allem ganz mutig auf Schweinsteiger, Lahm und Neuer. Und Andreas Dollinger vom TVU musste auch nicht allzu lange nachdenken: "Özil Podolski auf jeden Fall - und Schweini - trotz allem".