Eningen Welche Sprache spricht die Seele?

Dr. med Gerhard Gutscher ist Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin.
Dr. med Gerhard Gutscher ist Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin. © Foto: BUSSMANN_P
SWP 16.05.2015
Dr. Gerhard Gutscher spricht am Dienstag, 19. Mai, 20 Uhr im Andreasgemeindehaus, Hauptstraße 66, zum Thema "Seelisch gesund, seelisch krank" .

Dr. med Gerhard Gutscher arbeitet als Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin in der Klinik Sonnenhalde in Riehen in der Schweiz. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt in der Beratung von psychisch erkrankten Eltern mit Fragen in Bezug auf ihre Kinder. Der Eintritt in den Fachvortrag "Seelisch gesund, seelisch krank - Welche Sprache spricht die Seele?" ist frei.

Die Evangelische Kirchengemeinde Eningen nimmt an einem Projekt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) teil, das die Seelsorge stärken will. Die Eninger werden vom Deutschen Institut für Ärztliche Mission (Difäm) Tübingen unterstützt. Als erstes wurde Anfang des Jahres eine Seelsorge-Sprechstunde donnerstags um 18 Uhr eingerichtet. Auch wenn nicht jeden Donnerstag Kontakt gesucht werde, so habe sich die Zahl der seelsorgerlichen Gespräche doch deutlich erhöht, sagt Pfarrer Johannes Eißler - nächtliche Anrufe und Suizidandrohnungen eingeschlossen. Schwierig werde es, wenn Ehrenamtliche über Gebühr belastet würden. "Man muss lernen, Grenzen zu ziehen", sagt der Seelsorger.

Bisher, da sind sich Eißler und seine Kollegin Regina Lück einig, habe das Projekt in positiver Weise die Auseinandersetzung mit der Krankheit Depression in der Gemeinde angestoßen. Mit einer dreiteiligen Predigtreihe im Juni und weiteren Veranstaltungen soll das Thema vertieft werden.

Neben Eningen beteiligen sich auch Münsingen und Holzgerlingen am EKD-Projekt. Ein Anliegen ist die Vernetzung gemeindlicher Ressourcen mit säkularen Hilfen: Für Gemeindemitglieder sei es wichtig, professionelle nicht-kirchliche Hilfsangebote zu kennen, so das Difäm. Umgekehrt sollten aber auch Mitarbeitende in säkularen Einrichtungen die Angebote und Möglichkeiten der Kirchengemeinden im Blick haben, darauf verweisen und mit ihnen zusammen arbeiten.