Handtuch im Rucksack, Schlauchboot unter dem Arm und ein Eis in der anderen Hand: Bis zum Wochenende sollen die Temperaturen im Land noch weiter steigen. Es wird heiß, sonnig und an den Badeseen und in den Freibädern voll. So voll wie es eben geht. Denn nicht nur die Freibäder haben derzeit besondere Regelungen und eine maximale Anzahl an Badegästen, sondern auch der ein oder andere See in der Region.
Wo und unter welchen Bedingungen man derzeit an den Badeseen in der Region noch Abkühlung findet, in der Übersicht:

Anmerkung: Auch an Badeseen gelten die Abstands- und Hygieneregelungen des Landes Baden-Württemberg

Aileswasensee bei Neckartailfingen

Besonders dramatisch gestaltete sich die Situation in der vergangenen Woche am Badesee in Neckartailfingen. Weil dort an manchen Tagen mehrere tausend Besucher kamen, musste der Zugang zum Wasser vorübergehend gesperrt werden. Denn die Verantwortlichen fürchteten einen erneuten Ausbruch des Coronavirus.
Zwar bleibt der Aileswasensee für den Badebetrieb geöffnet, ab sofort wird die Zahl der Gäste jedoch auf 1000 Besucher pro Tag beschränkt. Aus diesem Grund ist auch ein privater Sicherheitsdienst im Einsatz, der kontrolliert, wie viele Personen sich auf dem Gelände aufhalten. Diese erhalten ein Bändchen, dass sie als Badegäste ausweist und so für die Security gut sichtbar ist.

Baggersee in Kirchentellinsfurt

Auch am beliebten Baggersee in Kirchentellinsfurt, auch Epple genannt, bei Tübingen herrscht Wachsamkeit. „Wir müssen dieses Wochenende abwarten. Wenn wir dann erkennen, es geht nicht mehr, kann es sein, dass wir den See sperren“, sagte der Bürgermeister Bernd Haug. Er hoffe jedoch sehr, dies vermeiden zu können.
Eine Beschränkung der Anzahl an Badegäste in Kirchentellinsfurt gibt es zwar nicht, dennoch gelten weiterhin die bisher bekannten Regelungen:
  • Abstände müssen eingehalten werden
  • Zutritt auf das Gelände nur zwischen 6 und 22 Uhr
  • Grillen nur am ausgewiesenen Platz
  • keine Hunde am See
  • Zelten und Übernachten am See ist verboten
  • keine direkte Zufahrt zum See
  • Große Teile des Sees (Süd- und Westufer und Teile des Nordufers) sind Naturschutzgebiet und dürfen nicht für den Gemeingebrauch genutzt werden

Gönninger See bei Reutlingen

Ein verschlungener Bachlauf, dicht bewachsene Ufer und sauberes Wasser. Der Gönninger See ist längst kein Geheimtipp mehr. Auch wenn man nur im unteren See tatsächlich baden kann, bleibt das Gewässer vor allem bei Hundebesitzern und Spaziergängern beliebt. Bisher sind keiner Maßnahmen bezüglich Badegäste für den Gönninger See geplant. Zudem sind Hunde erlaubt, es gibt einen Strand für Badende und einen Parkplatz unmittelbar am See.
Wer allerdings Lärmempfindlich ist, sollte sich vorsehen. Am See selbst ist nicht nur der Verkehrslärm der Lichtensteinstraße, L230, zu hören, besonders an Wochenenden kann es am Gönninger See auch sehr voll werden.
Noch hat die Stadt Reutlingen keine Maßnahmen für die Regulierung der Badegäste getroffen, dennoch gilt auch hier: Abstand halten.

Hirschauer Baggersee bei Tübingen

Ungezwungen in vielerlei Hinsicht geht es am Hirschauer Baggersee zu: Trotz Corona gibt es an dem beliebten Ausflugs- und Badeziel vieler Tübinger keine Sonderregelungen zur Einhaltung von Abstandsregeln. Die Stadt Tübingen erklärte auf Anfrage der SÜDWEST PRESSE jedoch, nur weil es keine unmittelbaren Einschränkungen vor Ort gäbe, bedeute das nicht, dass man die Besucherentwicklungen am Hirschauer Baggersee nicht beobachte.
Generell überzeugt der See durch sein schönes Panorama und seinen schönen Badeplatz. Doch Achtung: Wer sich an der Natur, also Algen und Pflanzenreste, stört, sollte das Baden gut abwägen. Ebenso können die Einstiegsstellen für ungelenke Badewütige zur Herausforderung werden. Die Stadt bittet zusätzlich darum:
  • nicht zu Grillen
  • Hunde an der Leine zu führen
  • keine aufblasbaren Schwimmteile zu verwenden (Brutgebiet)
  • ebenso sollte Müll wieder mitgenommen oder in den entsprechenden Mülleimern entsorgt werden
Zudem gibt es nur einen kleinen Parkplatz – die Anreise mit dem ÖPNV empfiehlt sich – und es gibt einen ausgewiesenen FKK-Bereich.