Sie haben sich wirklich den Kopf zerbrochen. Die stellvertretende Leiterin des Amts für Tiefbau, Grünflächen und Umwelt, Katrin Korth, und ihr Team tüftelten, wie denn das Areal rund ums Krankenhäusle aussehen könnte - der zweite Bauabschnitt des Bürgerparks. Korth stellte im Gemeinderat vier Varianten vor, wobei rasch klar wurde, dass es die Nummer vier werden sollte. In der Sprache der Fachleute: Eine "differenzierte, aus der historischen Nutzung des Bruderhausareals abgeleitete Belagsfläche mit Rasenflächen durchsetzt".

Zentrales Element ist der vielfältig nutzbare Kulturplatz als "kontrastierendes Element" im Bürgerpark und das Krankenhäusle als "Zeitzeuge". Womit die Initiativen KURT oder Kultur vom Rande endlich eine "Heimat" bekommen. Höhepunkt des Ganzen und belebendes Element ist ein bodenebenes Wasserspiel an der Stelle des ehemaligen Kesselhauses, eine Kombination aus "feinem Wassernebel und niedrigen Quellern sowie Fontänen". Das Ganze, so Korth, lasse sich für knapp 2,2 Millionen Euro realisieren und werde sich dann als "neue Mitte" Reutlingens präsentieren - übrigens alles barrierefrei zu erreichen.

Weil noch nicht etatisiert und weil auch noch keine konkrete Planung vorliegt, soll die Skateranlage in Richtung ZOB-Tower erst später folgen. Im Herbst soll es einen Beteiligungsprozess unter Einbeziehung junger Nutzer geben. Dass die Anlage kommen wird, darüber herrschte im Gremium Einigkeit, schließlich steht man bei der Jugend im Wort.

"Drei Adjektive" müssten es beim Bürgerpark sein, sagte Silke Bayer (SPD). Erstens "grün" auf dem Boden, allerdings mit 38 Prozent ein bisschen zu dünn, zweitens "kreativ" mit dem Wasserspiel, das freilich am falschen Platz geplant sei, und drittens "lebendig" mit eben dem Wasserspiel und der Skateranlage als Magnet. Bayer mahnte dabei an, hier gleich auch an die Fahrradabstellplätze zu denken. Letzteres konnte Rainer Löffler (CDU) nur unterstreichen. Dieser zweite Bauabschnitt befinde sich im "Spannungsfeld" zu Stadthalle und Krankenhäusle. Ein zentraler Kulturplatz sei immens wichtig für den Bürgerpark. Wasserspiel, Rasen und die Nähe zur Echaz werde gerade den Kindern eine hohe Aufenthaltsqualität bescheren.

"Volle Sympathie" empfand Hans Hubert Krämer (FWV) für die städtische Planung, weil das Krankenhäusle sehr gut eingebunden sei. Bei den ",multifunktionalen Freiflächen" sei an alles gedacht worden. Und ein solches Wasserspiel fehle schon lange in einer Großstadt wie Reutlingen.

Auch Hagen Kluck (FDP) sah in der vierten Variante eine "überzeugende Konzeption". Die Stadt solle jedoch rechtlich sicher stellen, dass hier nicht eine "Oase der Stille" entstehe, sondern dass die diversen kulturellen Veranstaltungen stattfinden und nicht juristisch ausgehebelt werden können.

Einen "großen Wermutstropfen" verspürte hingegen Gabriele Janz (Grüne) was die Reihenfolge der Verwirklichung angeht. Das Skater-Provisorium habe ausgedient, eine richtige Anlage müsse gebaut werden, das sei man der Jugend schuldig. Aber jetzt heiße es, sie kommt später, wenn das nötige Geld im Haushalt eingestellt ist. Die Grünen würden deshalb dagegen stimmen.

Ähnlich sah es Dr. Peter Hörz (RSÖ). Was die Skateranlage angeht, "stehen wir der Jugend gegenüber im Wort". Jetzt wird später gebaut, dafür werde ein Wasserspiel "aus dem Hut gezaubert". Dabei habe es die Stadt nicht geschafft, die bisherigen Wasserspiele (vor dem Bahnhof und vor dem Rathaus) ordentlich instand zu setzen.

Oberbürgermeisterin Barbara Bosch verteidigte die Vorgehensweise mit zwei Teilbereichen (zuerst Kulturplatz, dann Skateranlage), weil es gewisse "Zwangsläufigkeiten" im Bauablauf gebe. Außerdem: "Alles auf einmal geht im Leben nun mal nicht." So wie der zweite Teil des Bürgerparks angegangen werde, sei es "sinnvoll".