Warten aufs Stuttgarter Tor?

PETER BUSSMANN 09.07.2016

Eigentlich hätte auf dieser Seite ein größerer Artikel zum„Stuttgarter Tor“ stehen sollen. Doch die für gestern anberaumte Pressekonferenz wurde von Investor Willi Schöller zum zweiten Mal kurzfristig verschoben. Auf Nachfrage erklärte Schöller, er habe der Entscheidung des Gemeinderats über das Projekt nicht vorgreifen wolle. Das Gremium wird voraussichtlich am Donnerstag, 21. Juli, den Auslegungsbeschluss in öffentlicher Sitzung fassen.

Bereits am Donnerstagabend hatte sich der Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss in nichtöffentlichter mit dem Vorhaben befasst und sich, wie zu hören war, mit deutlicher Mehrheit dafür ausgesprochen.Dabei waren die Fronten wie schon in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag vor einer Woche verlaufen. Die Räte von CDU, FWV, FDP und WiR hatten sich damals für die derzeit aktuelle vierte Variante eines 64 Meter hohen Turmes mit einem 18,4 Meter breiten und 33,7 Meter langen Gebäude ausgesprochen, SPD und Grüne dagegen gestimmt.

SPD-Fraktionschef Helmut Treutlein sagte gestern, dass er und seine Fraktion nicht gegen Hochhäuser an sich seien. Aber er habe nach wie vor gewisse Bedenken hinsichtlich der Breitenwirkung des Gebäudes und hätte sich deshalb eine abschließende Begutachtung durch die Bewertungskommission gewünscht. Das sei eigentlich auch zugesagt worden.

Über das konkrete Projekt hinaus wird am Beispiel „Stuttgarter Tor“ deutlich, wie zerstritten der Gemeinderat ist, wenn es um Projekte von Investoren geht. Insbesondere die Christdemokraten, welche die SPD für das Scheitern des K?8-Projektes verantwortlich machen, wittern hinter jedem Antrag der Sozialdemokraten den Versuch, ein Bauvorhaben zu verzögern. Sie beklagen, dass die SPD verlässliche Rahmenbedingungen für Investoren behindere. Keine guten Voraussetzungen, um Großvorhaben wie Wohnbau- oder Gewerbeflächenoffensive anzugehen.