Pfullingen Waldeslust und verrückte Hühner

Stellen noch bis Sonntag, 11. Oktober, in der Klosterkirche aus ( von links): Birgit Hartstein, Sabine Heid, Regine Bertsch und Monika Koch Braun.
Stellen noch bis Sonntag, 11. Oktober, in der Klosterkirche aus ( von links): Birgit Hartstein, Sabine Heid, Regine Bertsch und Monika Koch Braun. © Foto: Jürgen Herdin
Pfullingen / JÜRGEN HERDIN 30.09.2015
Seit zehn Jahren gibt es das Atelier "Auszeit" - vier Künstlerinnen, die in der Klosterkirche bis zum 11. Oktober ihren "Ein-Blick" vorstellen.

Das Foyer der Klosterkirche war voll, die Musik von "Linus und Freunde" einladend, nicht weniger war dies der Vortrag zur Vernissage von Dr. Doris Schenker. Sie kennt Birgit Hartstein, Monika Koch Braun, Regine Bertsch und Sabine Heid gut, hat Einblick in deren Arbeiten. Ein kleiner Ausschnitt des Schaffens ist nun in der Klosterkirche zu sehen - Werke von beeindruckender Vielfalt.

Birgit Hartstein, die vor allem mit Acryl, Aquarell und Mischtechniken arbeitet, ist unter anderem Mitglied im Pfullinger Kunstkreis und ist überdies als VHS-Dozentin tätig. Schenker verwies sogleich auf den Bilderzyklus "Räderwerk 1-8", gefertigt mit Wachs und Öl auf Stoff. Es ist ein Zitat des Räderwerks des Lebens in seiner ganzen Rastlosigkeit.

Bei Hartsteins Arbeiten "Flimmern" und "Waldeslust" indes sind verhaltene Farben dominant, fast schon sind sie monochrom. Sie freue sich beim Malen vor allem über die vielen Gestaltungsmöglichkeiten, die sie gerne nutzt.

Monika Koch Braun ist seit 1988 künstlerisch tätig, macht auch Drucke, vor allem aber sind ihr Aquarell und Acryl vertraut. Ebenso erarbeitet sie Collagen. "Für sie ist das Leben kein ständiger Kreislauf, sondern eine Fahrt mit Anfang und Ziel", sagt Schenker. Ihre Arbeiten zeigten, wie man das Leben eben auch meistern kann. "Segelnd, sich vom Wind treiben lassend, manchmal genießend, manchmal steuernd", und das finde sich auch in ihren Bildern wieder. Koch Brauns "Verrückte Hühner" nehmen auf lustvolle Weise eine Anleihe bei Peter Gayman, der schon ein wahres "Huhniversum" geschaffen hat.

Und da sind ja noch Koch Brauns Skulpturen, so ihr Werk "Gemeinsam", das sie aus rotem Maulbronner Sandstein gefertigt hat. Es ist eine Erinnerung an einen Stein im Freiburger Münster.

Regine Bertsch indes, seit 1984 in Pfullingen ansässig, "ermöglicht Einblicke und Durchblicke, auch mit Hammer, Meißel und Klöppel." Beachtenswert ist auch die Skulptur "Meins - ohne Titel" - aus einem alten Marmorgrabstein. "Sie übersetzt Kunst in Stein", so Schenker.

Den vierten Einblick gewährt Sabine Heid, die bereits zahlreiche Gemeinschafts- und Einzelausstellungen in der Region hatte. Sie malt mit Kaffee, Tee und Teer, mischt auch einmal Wachs mit Eisenpulver. Es ist beeindruckend, was von ihr in dieser Schau zu sehen ist - sei's mit Orangenreiniger, Spiritus oder Sand geschaffen.

Info Die Gemeinschafts-Schau "Ein-Blick"in der Klosterkirche ist mittwochs und samstags von 14 bis 18 Uhr geöffnet, an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 18 Uhr.

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