Stuttgart/Reutlingen Wagner wird wieder Chef

Der frühere kommissarische Leiter Hans-Dieter Wagner (58) ist neuer Reutlinger Polizeipräsident.
Der frühere kommissarische Leiter Hans-Dieter Wagner (58) ist neuer Reutlinger Polizeipräsident.
Stuttgart/Reutlingen / SWP 09.07.2014
Der Ministerrat billigte gestern die Personalentscheidungen zur Bestellung von neun Polizeipräsidenten. Damit ist Hans-Dieter Wagner für das Präsidium Reutlingen als leitender Polizeidirektor wieder eingesetzt.

"Wir haben nach einem transparenten Auswahlverfahren nun alle Präsidentendienstposten der Polizei besetzt und damit die Interimsphase im Leitungsbereich einiger Polizeipräsidien beendet", sagte gestern Innenminister Reinhold Gall.

Der Ministerrat hat in seiner gestrigen Sitzung die Personalvorschläge des Innenministers zur Bestellung von acht Polizeipräsidenten sowie zur Bestellung des Präsidenten des Präsidiums Technik, Logistik, Service der Polizei gebilligt. Damit wird die Interimsphase im Leitungsbereich beendet, die durch das Urteil des Verwaltungsgerichts Karlsruhe im Februar 2014 bei einigen Dienststellen der Polizei entstanden war.

Für das mit der Reform neu gebildete Prolizeipräsidium Reutlingen für die Landkreise Reutlingen, Tübingen und Esslingen war Hans-Dieter Wagner seit Jahresbeginn kommissarischer Leiter. Auch er wurde in der Folge des Verwaltungsgerichtsurteils von seinem Leitungsposten abberufen und nach Stuttgart ans Landeskriminalamt für Sonderaufgaben abgeordnet. Das Präsidium Reutlingen wurde seitdem interimsmäßig von Dieter Schneider, zugleich Präsident des Landeskriminalamts Stuttgart, geleitet.

"Ich freue mich, dass nun alle Chefposten der Polizei besetzt sind. Die neuen Polizeipräsidenten haben sich in dem umfassenden Ausschreibungsverfahren durchgesetzt und bewiesen, dass sie auf Grund ihrer Persönlichkeit und Fachkompetenz für ihre neue Aufgabe bestens geeignet sind", betonte Gall.

Das Ergebnis des aktuellen Auswahlverfahrens bestätigte im Wesentlichen die Personalentscheidungen des Innenministers vom Juli 2013, die wegen Verfahrensmängeln im Januar vom Verwaltungsgericht Karlsruhe aufgehoben wurden. "Es hat sich gezeigt, dass schon die Auswahl im vergangenen Jahr zutreffend und die Entscheidungen lediglich nicht ausreichend dokumentiert waren", hob der Innenminister hervor. Die vom Beschluss des Verwaltungsgerichts Karlsruhe erfassten Dienstposten wurden am 24. Februar öffentlich ausgeschrieben; aus dem Bewerberkreis wurden nach dem Prinzip der Bestenauslese die geeignetsten Kandidaten ausgewählt und nun vom Ministerrat bestätigt.

Die neuen Leiter der Polizeipräsidien Aalen, Konstanz, Ludwigsburg, Mannheim, Offenburg, Reutlingen und Tuttlingen sowie der Präsident des Präsidiums Technik, Logistik, Service der Polizei werden unverzüglich ihre Ämter antreten, heißt es in einer Pressemitteilung.

"Die neuen Polizeichefs übernehmen bestens geführte Dienststellen. Das ist ein großer Verdienst der Interimspräsidenten, die in den vergangenen Monaten zusätzliche Führungsverantwortung übernommen haben - dafür gebührt ihnen großer Dank und Anerkennung", sagte Minister Gall in Stuttgart.

Über die ebenfalls öffentlich ausgeschriebenen Stellen der Vizepräsidentinnen beziehungsweise -präsidenten wird nun in einem separaten Personalauswahlverfahren entschieden. Betroffen ist davon Reinhard Nething, bis Ende 2013 Vizechef der Bereitschaftspolizei. Er war seit Jahresbeginn stellvertretender Präsident in Reutlingen und verlor diesen Dienstposten im Februar aufgrund des Verwaltungsgerichtsurteils. Nething blieb aber auf seinem regulären Posten im Reutlinger Präsidium als Leiter der Kriminalpolizeidirektion Esslingen.

Der alte und neue Reutlinger Polizeipräsident

Hans-Dieter Wagner, geboren am 8. Juni 1956, trat 1975 in den Polizeidienst ein. 1980 erfolgte der Aufstieg in den gehobenen Polizeivollzugsdienst, 1989 dann in den höheren Polizeivollzugsdienst.

Von 1989 bis 1991war er im Innenministerium beschäftigt, wechselte von 1991 bis 1993 zur Bereitschaftspolizeidirektion Göppingen, wo er stellvertretender Leiter der Abteilung 2 war. 1994 bis 1996 war Wagner erneut ans Innenministerium delegiert.

Von 1996 bis 2004 übernahm er die Leitung der Bereitschaftspolizeidirektion Göppingen. Von 2004 bis 2006 war Wagner Abteilungsleiter Polizeiliche Aufgaben bei der Landespolizeidirektion Stuttgart, später Leiter des Referats 64 - Führung und Einsatz - beim Regierungspräsidium Stuttgart.

Seit Juli 2006 war er Leiter der Polizeidirektion Esslingen und wurde im Zuge der Polizeireform Anfang 2013 Leiter des Projektes "Polizeipräsidium Reutlingen".

SWP