Kommentar Evelyn Rupprecht über Straßen und andere Aufreger Vorfahrt für Tempo 30

© Foto: Thomas Kiehl
Von Evelyn Rupprecht 11.10.2018

Die malade Stuhlsteige, die unter der Verkehrslast ächzt und dann noch der Kriminalitätslagebericht, in dem von deutlich gestiegenen Fallzahlen die Rede ist – das dürfte an Negativ-Themen für eine Gemeinderatssitzung eigentlich reichen, sollte man meinen. Nicht so in Pfullingen.

Dass seit dem Sommer flächendeckend Tempo 30 in Wohngebieten gilt, ist dabei nicht der eigentliche Aufreger. Für Unmut sorgt bei einigen Stadträten und vielen Bürgern vielmehr die Tatsache, dass nun auch in den Steillagen „Rechts vor Links“ gilt. Gerd Mollenkopf (CDU) brachte das Problem zur Sprache. „Da müssen wir nachjustieren“, forderte er. Das permanente Anhalten und Wiederanfahren an den Bergstrecken sorgt für mehr Lärm und mehr Schadstoffe, glaubt auch sein Fraktionskollege Gert Klaiber (CDU). Der Einwand von Ordnungsamtsleiter Manfred Wolf, dass gerade das Gewähren der Vorfahrt ein wichtiger Bestandteil von Tempo-30-Zonen sei („Unser Ziel ist es ja, den Verkehr zu verlangsamen“), nutzte da wenig. Als er die Beschwerden der Bürger als „Bagatelle“ abtat, machte er die Sache eher noch schlimmer. Das Ende vom Lied: Die Stadt prüft jetzt, was rechtlich in Sachen neuer Vorfahrtsregelung möglich ist. Dem gesunden Menschenverstand vieler Bürger und einiger Stadträte sei Dank.

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