Sind tatsächlich 29 Stellen bei der Stadtverwaltung nicht besetzt?  Die Anfrage von UWV-Rat Stephan Wörner hat in der jüngsten Gemeinderatssitzung für Unruhe im Gremium gesorgt. Bürgermeister Michael Schrenk hat darauf zwar nicht gleich geantwortet, den Stadträten später aber eine E-Mail geschrieben, in der er die Sachlage klarstellt. Unsere Zeitung hat beim Verwaltungschef nachgehakt, wie sich’s denn nun genau verhält mit der Unterbesetzung des städtischen Personals.

„Wären wirklich noch 29 Stellen offen, wäre das ja eine Katastrophe“, sagt der Bürgermeister. Aber im Gegenteil. Personell sei man bei der Verwaltung beinahe komplett ausgestattet – bis auf den technischen Bereich. Zu der Differenz zwischen dem Plan und der tatsächlichen Besetzung komme es laut Schrenk deshalb, weil manche Teilzeit- als 100-Prozent-Stellen ausgewiesen seien. Vor allem im Erziehungsdienst führe das dazu, dass der Eindruck entstehe, der Bereich sei im Vergleich zum Stellenplan unterbesetzt. „Allein da würden 16 oder 17 Leute fehlen, was ja aber nicht wirklich der Fall ist“, erläutert der Bürgermeister. Probleme gebe es derzeit allein mit der Nachfolge für den Sachgebietsleiter Tiefbau. „Die Stelle haben wir ausgeschrieben, aber bisher gar keine Resonanz bekommen“, bedauert Schrenk.

Ganz anders schaut’s derweil bei einer anderen Neubesetzung aus. Kämmerer Matthias Baumann hat das Rathaus zu Jahresbeginn verlassen (wir haben berichtet), und die Stadt sucht nun zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit nach einem Amtschef für den Finanz-Bereich.  Fünf Bewerbungen sind bei der Verwaltung eingegangen. „Das ist zwar ein übersichtliches Feld, es sind aber durchaus geeignete Leute dabei“, berichtet der Bürgermeister. Anfang Februar soll der Gemeinderat die Entscheidung über die Baumann-Nachfolge in nicht-öffentlicher Sitzung treffen. Schrenk ist auch zuversichtlich, dass der neue Kämmerer  – oder die neue Kämmerin – die Umstellung der Haushaltsführung auf die Doppik, die dieses Jahr ansteht, locker stemmt. „Und dann bauen wir übrigens auch einen neuen Stellenplan auf“, blickt der Bürgermeister voraus. Der Plan komme dann der wirklichen Besetzung der Positionen – 208 sind es momentan – deutlich näher, erklärt er mit Blick auf den Personalbereich, für den 2019 immerhin zwölf Millionen Euro eingeplant sind. Apropos Personal: Im Februar wird sich der Gemeinderat auch wieder in einer öffentlichen Sitzung mit der Organisationsuntersuchung der Kernverwaltung, des Bauhofs und der Stadtwerke befassen. Bei dem Thema war es vor gut eineinhalb Jahren zu heftigen Differenzen zwischen Bürgermeister und Gemeinderat gekommen. Jetzt machen sich Gremium und Verwaltung erneut daran, die Organisationsuntersuchung auf den Weg zu bringen. Nächsten Monat werden sich mehrere Büros vorstellen, die den Pfullingern bei der Analyse zur Seite stehen könnten. Dann folgt die eigentliche Ausschreibung und bereits im April soll der Beschluss, an welches Büro der Auftrag vergeben wird, gefasst werden. „Die ganze Nummer ist einfach etwas umfangreicher, deshalb dauert die Entscheidungsfindung auch länger“, erklärt der Verwaltungschef, der betont, dass sich nach der Analyse deutliche Verbesserungen ergeben sollen. Denn was das Personalmanagement angehe, habe sich im Pfullinger Rathaus schon seit den 1980er Jahren nichts mehr getan.