Pfullingen Von Dosen und Kleinmöbeln bis zu Altreifen

Die Aktion hatte noch nicht begonnen, da kabbelten sich die jungen Leute des MTB bereits um die erste achtlos weggeworfene Getränkedose.
Die Aktion hatte noch nicht begonnen, da kabbelten sich die jungen Leute des MTB bereits um die erste achtlos weggeworfene Getränkedose. © Foto: Jürgen Herdin
JÜRGEN HERDIN 16.10.2014
Etwa 230 Teilnehmer aus 23 Vereinen der Stadt griffen am Samstag zur langen Müllzange und zum Abfallsack. Und es lag weniger herum als sonst. Über 3,8 Kubikmeter Unrat ergab die Markungsputzete.

Tendenziell etwas sauberer als früher sind die Besucher und Einwohner Pfullingens geworden. Zwar lag noch immer sehr viel Unrat herum, der nicht für eine gute Kinderstube der daran "Schuldigen" spricht, indes: mit 3,8 Kubikmetern Müll fiel die Ausbeute etwas geringer als in den Vorjahren aus.

Punkt 10 Uhr am Samstagvormittag hatten sich neben 22 anderen Vereinen der Stadt auch die Leute vom Mountainbike-Club (MTB) munitioniert - mit den langen Müll- und Laub-Greifzangen, die Rückenschmerzen vermeiden helfen, sowie den blauen Müllsäcken. Das alles stellte der Pfullinger Bauhof zur Verfügung.

Zwei Dutzend Leute, davon sieben Erwachsene, die sich gegenüber der Volkshochschule an der Ecke Klosterstraße versammelt hatten, starteten durch. Und noch bevor die Strecke besprochen wurden, kabbelten sich die Kids bereits um die erste Getränkedose, die sie in einem Gebüsch gefunden hatten.

Doch spaßig ist der Einsatz nicht immer. Und müde sind am Ende alle der - stets freiwilligen - Teilnehmer. Doch dafür hat das Pfullinger Ordnungsamt mit seinem Leiter Manfred Wolf - und heuer erneut seiner Kollegin Anja Lihs - sowie mit dem Bauhof vorgesorgt. Es ist alte Sitte, dass es im Bauhof nach der schweißtreibenden Aktion der Markungsputzete stets ein reichhaltiges Vesper gibt.

Apropos alte Sitte: Seit 27 Jahren schon beteiligen sich die Pfullinger Vereine, 23 waren es heuer, an einem Projekt, das dort den Müll einsammelt, wo die normale Straßenreinigung für gewöhnlich nicht hinkommt. Oder, wo sie dann einfach nicht so häufig hinfahren kann. So treibt beispielsweise der Parkplatz beim Spielplatz am unteren Urselberg manchen Pfullingern die Zornesröte ins Gesicht: Wer seine Fastfood-Tüte nicht schon auf der Marktstraße oder auf dem Elisenweg aus dem Autofenster wirft, tut das dann spätestens auf besagtem Parkplatz, auch wenn dort Mülltonnen stehen.

Die Bergwacht-Bereitschaft des DRK wiederum ist bei der Pfullinger Markungsputzete voll in ihrem Element, kann auch gleich noch üben. Bei der abgebrannten Ernsthütte beispielsweise suchen sie den Steilhang nach Unrat ab. Zudem hat die Bergwacht auch die Elisenhütte in ihrem Einsatzplan.

Auch der Naturschutzbund (Nabu) aus Pfullingen hat es mit einer vertrauten Umgebung zu tun: Ihn zieht es alljährlich in die bekanntermaßen ökologisch so sensiblen Echazauen. Denn auch dort lassen Spaziergänger eine Menge an Müll zurück. Einwegverpackungen, Bierflaschen und Pizza-Schachteln werden ebenso gefunden wie Kleinmöbel und Altreifen.

Besonders übel ist es, wenn Leute ihr Altöl im Grünen entsorgen. Auch das kam schon vor. Doch das wissen die meisten Zeitgenossen inzwischen auch: Dafür kann es sogar Haftstrafen geben. Wenige Tropfen Mineralöl können bis zu 900 Liter Wasser verschmutzen.

"Es ist erfreulich, dass die Stadt alle Jahre wieder auch neue Gesichter bei der Markungsputzete begrüßen darf", ließ am Ende Ordnungsamtschef Manfred Wolf wissen.