Berufsschulen Vielseitiger löst die Kämpferin ab

Für Hildegunde Haist-Huber rückt Norbert Pellens nach.
Für Hildegunde Haist-Huber rückt Norbert Pellens nach. © Foto: Peter U. Bussmann
Reutlingen / Peter U. Bussmann 12.07.2018

Dass an dieser Schule eine besondere Atmosphäre herrscht, wurde schon eingangs deutlich, als nach dem gefühlvoll intonierten Gershwin-Ohrwurm „Summertime  – and the livin’ is easy“ die Schülersprecher Sophie Malthaner und Cem Baris Lezgi als Moderatoren locker plaudernd den Nachmittag eröffnen. Und so geriet die Feierstunde zum Schulleiterwechsel an der Laura-Schradin-Schule zum unterhaltsamen Event.

„Was für ein Timing“: Landrat Thomas Reumann erinnerte als oberster Vertreter des Schulträgers daran, dass Hildegunde Haist-Huber auf den Tag genau vor elf Jahren die Leitung der Laura-Schradin-Schule von Ulrich Eggert übernahm. Sie trat ihr Amt zeitgleich mit Schulleiter-Kollege Hans-Joachim Stark von der Kerschensteinerschule an. Die 64-Jährige geht zum Monatsende in Ruhestand.

Und die gebürtige Freudenstädterin, die bereits von 1978 bis 2004 an der Schule unterrichtete, setzte sich „selbstbewusst, hartnäckig, engagiert“ für die Belange ihrer Schule ein. „Sie war eine Kämpferin für die Hauswirtschaft“, attestierte Reumann ihr. Sie habe „Bewährtes beibehalten und entwickelt, optimale Lernvoraussetzungen geschaffen und viel vorangebracht“, kurzum: „Sie können stolz sein auf ihr Wirken!“

In ihre Amtszeit fielen insbesondere auf Wunsch der Schule die Einrichtung des Biotechnologischen Gymnasiums 2008 und des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums  2011. Außerdem wurde eine Berufsbegleitende Berufsfachschule für den Fachbereich Pflege sowie ein Vorbereitungskurs für die Schulfremdenprüfung zum Erzieher gestartet.

Aktuell hat die Schule rund 100 Lehrkräfte, die etwa 940 Schüler unterrichten, davon nur 42 in Teilzeit in der Hauswirtschaftlichen Berufsschule. Haist-Huber sei das „ganzheitliche Lernen mehr als die reine Wissensvermittlung“ gewesen, sagte Reumann: Sie sieht „Bildung und Erziehung als eine Einheit“. Und praktizierte lebenslanges Lernen selber, indem sie eine Ausbildung in Themenzentrierter Interaktion absolvierte und 2014 ein Diplom erwarb. 2013 schon nahm Haist-Huber die „Idee des Globalen Lernens“ in das Leitbild der Schule auf, das sich für den Erwerb von Kompetenzen einsetzt, „die wir brauchen, um uns in der Einen Welt zu orientieren und verantwortlich zu leben.“

Mit dem 52-jährigen, in Gomaringen wohnenden Regierungsschuldirektor Norbert Pellens übernimmt nun „ein sehr vielseitiger Mensch, der die Vielfalt schätzt und damit umgehen kann“, die Leitung der Schule, so Dr. Susanne Pacher, Abteilungsleiterin im Regierungspräsidium. Hier war der in Andernach geborene und in Mainz aufgewachsene Pellens seit 2011 im Referat für berufliche Schulen abgeordnet  und zuletzt stellvertretender Referatsleiter. Er hatte nach dem Abitur katholische Religionslehre und Physik studiert und unterrichtete schon von 1996 bis 2002 an der Kerchensteinerschule, danach an der beruflichen Schule in Hechingen.

Der passionierte Wanderer ist im Ehrenamt Kirchengemeinderat und durch seine Zeit beim RP „bestens  auf den neuen Beruf vorbereitet“.

„Ich bin kein Schulflüchter und unterrichte gerne wieder“, sagt Pellens, „ich weiß, was mich erwartet – und ich freue mich!“ Der Wechsel ist für ihn Umstieg und Neuanfang“.

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