Reutlingen Vielleicht am Leipziger "Rockzipfel" orientieren

Der Gesamtelternbeirat Reutlinger Kindergärten und -tagesstätten traf sich im Haus der Familie.
Der Gesamtelternbeirat Reutlinger Kindergärten und -tagesstätten traf sich im Haus der Familie. © Foto: Jan Zawadil
Reutlingen / JAN ZAWADIL 24.10.2014
Betreuungsgebühren und -modelle oder Verpflegung - den GERK beschäftigen zahlreiche Themen. Das wurde auch während der Vollversammlung am Mittwochabend im Haus der Familie deutlich.

Den Nachwuchs einfach im Kindergarten oder in der Kindertagesstätte abgeben - für die Mitglieder des Gesamtelternbeirats Reutlinger Kindergärten und Kindertagesstätten (GERK) undenkbar. Sie wollen mitmachen und mitgestalten, wenn es um ihre Kinder geht und legen deshalb schon mal den Finger die Wunde.

Am Mittwochabend kam der GERK deshalb zu seiner Vollversammlung im Haus der Familie in der Pestalozzistraße zusammen. Betreuungsgebühren, Essensversorgung oder die durch den anstehenden Doppelhaushalt der Stadt gestrichenen Betreuungskonzepte wie beispielsweise in Oferdingen oder Degerschlacht standen deshalb genauso auf dem Programm wie alternative Betreuungsmodelle.

Unverständnis gab es trotzdem vor allem hinsichtlich der abgelehnten verlängerten Öffnungszeiten in Degerschlacht. Denn: Die Eltern würden längere Öffnungszeiten befürworten, wie während der Versammlung deutlich wurde. Nur seien die dafür notwendigen Mittel im Haushaltsplan jetzt schon nicht mehr aufgeführt. Und das, obwohl es sich laut Claus Mellinger vom GERK-Vorstand lediglich um einen Betrag von 17 000 bis 18 000 Euro handle. Darüber hinaus sind die Eltern mit der Lösung, Essen in Kunststoffbeuteln zu transportieren und zu erhitzen, wenig glücklich. Auch wenn Mellinger erklärte, dass das Essen toll schmecke. Nichtsdestotrotz sei es vorzuziehen, die Mahlzeiten in Metallbehältern zu liefern und zu erwärmen.

Während der GERK außerdem eine Elternumfrage mit rund 900 Rückmeldungen machte, so Mellinger weiter, in der es um die Abstimmung anstehender Themen gegangen sei, habe die Stadtverwaltung die Umfrage zunächst nicht gern gesehen. Dabei will der Gesamtelternbeirat als Partner auf Augenhöhe verstanden werden, wozu auch die Treffen mit Verantwortlichen der Verwaltung beitragen sollen. Allerdings sprach sich Mellinger für mehr als die bisher angesetzten Termine aus. Zumal diese auch immer wieder aus den unterschiedlichsten Gründen ausfallen würden.

"Wir wollen wissen, was passiert", erklärte Mellinger dementsprechend das Engagement. Dass manche trotzdem das Ruder in die eigene Hand nehmen, zeigte sich am Mittwochabend hingegen am Beispiel der Idee von Manuel Mann. Die junge Mutter hat sich nämlich am Konzept des bereits in Leipzig existierenden Eltern-Kind-Büros "Rockzipfel" orientiert und könnte sich vorstellen, eine derartige Betreuungsform auch in Reutlingen zu initiieren.

Unter dem Titel "KidznBiz" könnten nämlich in eigens angemieteten Räumen Eltern sowohl einen so genannten Home-Office-Arbeitsplatz als auch Platz für die Betreuung ihrer Kinder haben. Ob sich dieses Konzept verwirklichen lässt, wird sich erst noch zeigen. Denn erste Kalkulationen des Konzepts hätten ergeben, dass sich die Kosten pro Arbeitsplatz sowie die Kinderbetreuung auf monatlich rund 550 Euro belaufen könnten.

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