Reutlingen Vielfalt im Quartier

Für die Besucher gabs ein Schlückchen Sekt mit oder ohne Orangensaft.
Für die Besucher gabs ein Schlückchen Sekt mit oder ohne Orangensaft.
Reutlingen / NORBERT LEISTER 05.03.2012
"Wir haben hier ein gelungenes Bauwerk erstellt", sagte der Chef der GWG, Karl-Heinz Walter, gestern bei der Eröffnung des Hauses Georgenberg. Der Andrang im nagelneuen Pflegeheim war enorm.

Die Interessierten standen gestern Schlange im Eingangsbereich, sie alle wollten sich ein Bild von dem neuen Gebäude machen, das in nicht einmal zwei Jahren entstanden ist. Werner Rumpel hob die Vorzüge des Hauses hervor: Dazu zähle die Lage mitten im Wohngebiet, aber auch "die größtmögliche Wohnlichkeit mit der bestmöglichen Pflege und den bestmöglichen Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter", so der Geschäftsführer der Reutlinger Altenhilfe gGmbH (RAH). Timo Vollmer wird als Hausleiter künftig dafür zuständig sein, dass diese Versprechen tatsächlich eingelöst und umgesetzt werden. "Wir wollen es schaffen, dass die künftigen Bewohnern hier eine neue Heimat finden", sagte er. Ob der Leitspruch der Reutlinger Altenhilfe, die "schöne Zeiten" in dem Pflegeheim verspricht, das muss die Zukunft zeigen.

Die baulichen Voraussetzungen sind auf jeden Fall schon mal geschaffen worden. Zuständig dafür war nicht nur die GWG als Bauträger und auch als Besitzer des fertigen Hauses: Architekt Ulrich Schwille hat das H-förmige Gebäude geplant und musste seinen eigenen Worten nach eine unglaubliche Vielzahl an "Rahmenbedingungen und äußeren Zwängen" berücksichtigen. So etwa die Brandschutzverordnungen, allgemeine Bauvorschriften, Erdbebensicherheit, ein "Starkregennachweis", Wirtschaftlichkeits- und Nachhaltigkeitsbestimmungen - all das seien aber nur Auszüge aus den Katalogen, die Architekten bei der Planung eines solchen Gebäudes zu beachten haben.

Schwille erinnerte in seinen Ausführungen zudem an "den Geist und die Atmosphäre" dieses Baugebiets unterm Georgenberg, also unter dem zweiten Reutlinger Hausberg - den es allerdings für eingefleischte Bewohner der Stadt früher gar nicht gab, wie der Architekt behauptete.

Die Achalm sei schon immer der Reutlinger Hausberg gewesen. Der Georgenberg hingegen seit jeher zu zwei Drittel in Pfullinger Hand. Ein weiterer Aspekt, den Schwilles Architektenbüro beim Entwurf des neuen Gebäudes berücksichtigt habe, sei jener der künftigen Bewohner gewesen: "Wir haben das Haus nicht für die GWG oder die RAH gebaut", führte Ulrich Schwille dazu aus. "Wir haben dieses Gebäude für uns selber geplant, für unsere Zukunft, für unsere Altersskatrunde, wo wir endlich mal in Ruhe Sportschau gucken können."

Bevor jedoch die Hausführungen in halbstündigem Rhythmus begannen, die Möglichkeit zum Mittagessen bestand, der Cafébetrieb in den neuen Räumlichkeiten aufgenommen wurde, erinnerte Karl-Heinz Walter als Bauherr noch einmal an die Voraussetzungen für das Haus Georgenberg: Schon einmal sei im Lindach-Areal die Partnerschaft zwischen GWG und RAH geübt worden, "das hat sich bewährt", so der GWG-Geschäftsführer. "Wir wollen mehr machen als Backsteine setzen - wir wollen Vielfalt in ein Wohnquartier bringen", sagte Karl-Heinz Walter zudem.

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