In dem erstmals gemeinsam von der B. Braun-Sparte Aesculap in Tuttlingen und der Zeppelin Universität Friedrichshafen ausgerichteten Wettbewerb für Initiativen, die gesellschaftlichen Problemen auf eine übergreifende und neue Weise wirksam begegnen, belegte die Initiative gemeinsam mit "Komm mit in das gesunde Boot" aus Stuttgart den dritten Platz. Die Dotierung des Preises beträgt für beide Initiativen jeweils 5000 Euro.

"Das Reutlinger Kulturfestival für und mit Menschen mit Behinderungen überzeugte durch viele und gut funktionierende Ansätze und Aktivitäten im Bereich der Inklusion von Menschen mit Behinderungen", heißt es in der Begründung der Jury zur Auszeichnung. "Kultur vom Rande" ist ein internationales Festival für Theatergruppen, in denen Menschen mit Behinderung künstlerisch aktiv sind. Nach großer Resonanz in den Jahren 2000, 2002, 2005, 2008 und 2011 findet es 2014 zum sechsten Mal statt.

Im Reutlinger Kulturleben ist "Kultur vom Rande" längst eine feste Größe und hat bereits weit darüber hinaus ähnliche Festivals inspiriert. Anliegen des Festivals ist es, die Grenzen zwischen vermeintlicher Normalität und Besonderheit aufzulösen, Verständnis für das Andere, den Anderen und die Andere zu wecken und den selbstverständlichen Umgang miteinander zu fördern und die Talente behinderter Kunst- und Kulturschaffender vom Rand der gesellschaftlichen Wahrnehmung mitten in die Stadt hinein zu holen. Als nächster Entwicklungsschritt soll die permanente Servicestelle "Kultur ohne Ausnahme" eingerichtet werden, die sich an Kulturschaffende und kulturell interessierte Menschen mit Behinderungen sowie kulturtragende Einrichtungen richtet.

114 Initiativen aus 64 Städten und Gemeinden im südlichen Baden-Württemberg und darüber hinaus hatten sich um den Preis beworben. Dabei zeigten sich vielfältige Trägerschaften von und zwischen Bürgern, Kommunen, Wirtschaft und Kirchen und damit einhergehend soziale Innovationen für gesellschaftliche Herausforderungen unter anderem in Gesundheit und Pflege, Bildung und Lebenschancen, Regionalentwicklung, Integration und Teilhabe, Ökologie und Nachhaltigkeit. "Die große Zahl und vor allem die Qualität der Bewerbungen zeigen das überwältigende Engagement, den großen Einfallsreichtum und die spür- wie sichtbaren Ergebnisse in einer lebendigen Zivilgesellschaft", stellen die beiden Initiatoren des Preises, Prof. Dr. Hanns-Peter Knaebel, Vorstandsvorsitzender der Aesculap AG, und Prof. Dr. Stephan A. Jansen, Präsident der Zeppelin Universität, fest. "Aufgrund der Vielzahl an hervorragenden Bewerbungen", so Knaebel, "wurden in diesem Jahr zwei dritte Plätze sowie ein Sonderpreis der Jury vergeben, wofür ein zusätzliches Preisgeld von 5000 Euro zur Verfügung gestellt wurde."

Neben den Initiatoren gehörten der Jury Gisela Erler, Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung, Guido Wolf, Stuttgarter Landtagspräsident, Volker Kauder, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Beck, Oberbürgermeister in Tuttlingen, Thomas Albiez, Hauptgeschäftsführer der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg, Dr. Helga Breuninger, Breuninger Stiftung, und Dr. Berthold Broll, Vorstand der Stiftung Liebenau, an.