Randale Viele Fragen sind noch offen

Einsatz der Spezialkräfte in der Innenstadt: Die Beamten waren angegriffen worden.
Einsatz der Spezialkräfte in der Innenstadt: Die Beamten waren angegriffen worden. © Foto: Kiehl
Carola Eissler 27.12.2017

Die Randale am Nachmittag des Heiligabend in der Reutlinger Oberamteistraße ist noch immer vorrangiges Gesprächsthema in der Achalmstadt. Die Stellungnahme der Polizei Reutlingen vom ersten Weihnachtstag hat bei Weitem nicht alle Fragen beantwortet. Die SÜDWEST PRESSE hat nachgehakt. Doch auch vier Tage nach den Auseinandersetzungen bleiben wohl auch für die Polizei noch viele Fragen offen.

Was ist an Heiligabend passiert? Kurz nach halb drei Uhr am Nachmittag des Heiligabend war die Polizei von Anwohnern alarmiert worden, weil sich in der Oberamteistraße, wo zuvor etwa 200 Personen friedlich gefeiert  und dem Alkohol zugesprochen hatten, wohl etwas zusammenbraue, es käme zu Rangeleien und Schubsereien. Herbeigerufene Einsatzkräfte versuchten dann vor Ort eine Person zu kontrollieren. Im Verlauf dieser Kontrolle habe eine weitere Person versucht, einem Polizisten einen Kugelschreiber zu entwenden, ein weiterer Polizist griff ein. Daraufhin habe der Unbekannte nach dem Polizisten geschlagen. Zwei Frauen mischten sich ebenfalls in den Angriff ein und schrien lauthals. Aus einer benachbarten Bar stürmte daraufhin eine ganze Gruppe auf die Straße und ging mit Schlägen und Tritten äußerst aggressiv gegen die Beamten vor. So haben es auch Zeugen dieser Zeitung berichtet.

Die Polizei setzte sich mit Schlagstöcken und Pfefferspray zur Wehr. Vier Personen, davon drei deutsche Staatsbürger, seien vorübergehend festgenommen und dann wieder entlassen worden, so die Auskunft aus dem Polizeipräsidium. Die übrigen Tatbeteiligten, es soll sich um etwa 15 Personen handeln, sind, so Polizeisprecherin Andrea Kopp gestern auf Nachfrage unserer Zeitung, wohl noch unbekannt. Es seien  zwar Personalien weiterer Personen aufgenommen worden, wobei  allerdings noch geprüft werden müsse, ob es sich um Zeugen oder Verdächtige handle. „Aber die Ermittlungen stehen noch am Anfang und es liegen noch nicht alle Berichte vor.“ Ob es sich bei der äußerst aggressiven Gruppe aus der Bar, die auf die Beamten losging, um Personen arabischer Herkunft handelt, „kann ich anhand der mir vorliegenden Erkenntnisse nicht bestätigen, aber auch nicht negieren“, so Kopp auf Nachfrage. Gegen mehrere Personen werde wegen Körperverletzung, Beleidigung und des Verdachts des Landfriedensbruchs ermittelt.

Bei der Bereitschaftspolizei, die sich schon im Vorfeld der Randale auf dem Marktplatz in Bereitschaft gehalten hatte, um eventuelle Störungen zu verhindern, handelt es sich um die so genannte BFE, die Beweissicherungs- und Festnahme-Einheit, die als Spezialeinheit in der Regel bei Großveranstaltungen wie zum Beispiel bei Fußballspielen eingesetzt wird.