Reutlingen VHS: Flucht und Vertreibung

Reutlingen / SWP 05.03.2012

Drei polnische und drei deutsche Frauen aus mehreren Generationen, deren Familiengeschichte sich nach Ende des Zweiten Weltkrieges auf dramatische Art kreuzte, setzen in einem bewegenden Film zum Thema "Flucht und Vertreibung" Zeichen der Annäherung. Zu sehen ist der Kino-Dokumentarfilm über Vertreibung und Heimatverlust am Dienstag, 6. März, 19.30 Uhr in der Volkshochschule. Der Film erzählt zum 20-jährigen Bestehen des Deutsch-Polnischen Nachbarschaftsvertrags ein jahrzehntelanges besonderes Kapitel in den deutsch-polnischen Beziehungen. Kommentarlos kommen die Frauen zu Wort und lassen den Betrachter Anteil nehmen an ihrer Sicht der Ereignisse. Der Film berücksichtigt nicht nur die erschütternden Vorkommnisse in den Kriegswirren bis zur endgültigen Vertreibung der deutschen Familie aus ihrem niederschlesischen Dorf Niederlinde im Sommer 1946. Er wirft auch ein Licht auf die Entwicklungen der Nachkriegszeit sowie spätere Jahrzehnte bis heute.

Dem Schicksal der Deutschen wird das der polnischen Familie gegenübergestellt, die ihrerseits 1940 von der sowjetischen Armee aus Ostgebieten Polens nach Sibirien verschleppt wurde. Nach einer Odyssee bekam sie schließlich im Sommer 1945 den Hof der Deutschen zugesprochen. Das ehemalige Niederlinde bei Görlitz heißt heute Platerówka. Regisseurin ist Karin Kaper ("Die letzte Mahadevi", "Another Glorious Day" und "Resist!").

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