Filderstadt/Reutlingen Vertreter von Ankeraktionär Shanghai Electric zieht in Aufsichtsrat ein

Vorstand und Aufsichtsrat der Manz AG (von links): Martin Hipp (CFO), Guoxing Yang (Aufsichtsrat), Prof. Dr. Heiko Aurenz (Aufsichtsratsvorsitzender), Dieter Manz (CEO), Prof. Dr. Michael Powalla (Aufsichtsrat), Martin Drasch (COO).
Vorstand und Aufsichtsrat der Manz AG (von links): Martin Hipp (CFO), Guoxing Yang (Aufsichtsrat), Prof. Dr. Heiko Aurenz (Aufsichtsratsvorsitzender), Dieter Manz (CEO), Prof. Dr. Michael Powalla (Aufsichtsrat), Martin Drasch (COO). © Foto: Manz AG
Filderstadt/Reutlingen / SWP 15.07.2016
Auf der Hauptversammlung der Manz AG am Dienstag in Filderstadt gab es deutliche Worte der Kritik am Vorstandsvorsitzenden Dieter Manz.

„2015 war das schwierigste Geschäftsjahr unserer Unternehmensgeschichte“, hatte Dieter Manz, Vorstandsvorsitzender des weltweit agierenden Anlagenbauers auf der Aktionärsversammlung am Dienstag in der Filharmonie eingeräumt. Aktionäre hatten die Informationspolitik des Unternehmens und den stark schwankenden Aktienkurs kritisiert.

Auf der Hauptversammlung berichtete der Vorstand detailliert über die nach dem schwierigen Geschäftsjahr 2015 eingeleiteten Schritte zur Restrukturierung, um die Manz AG für die Zukunft wieder profitabel aufzustellen. So fallen 174 Arbeitsplätze, davon 73, in Deutschland weg. Zentrales Element dieser Maßnahmen ist jedoch im Mai vollzogene Einstieg der Shanghai Electric Group als Ankeraktionär. Das Unternehmen ist der größte Hersteller von Kraftwerken in China und fokussiert sich im Wesentlichen auf die Geschäftsbereiche Energieeffizienz, saubere Energiegewinnung und Industrieanlagenbau. Im Zuge der geplanten strategischen Zusammenarbeit wurde Guoxing Yang (48), stellvertretender Direktor der Abteilung Business Development der Shanghai Electric, als Aufsichtsratsmitglied der Manz AG bestellt. Guoxing Yang übernimmt das Mandat vom Trumpf-Vorstandsvorsitzenden Dr. Peter Leibinger, dem Vorstand und Aufsichtsrat für sein Engagement für das Unternehmen danken.

Mit Shanghai Electric als langfristig orientiertem Ankerinvestor und strategischem Partner sieht die Manz AG insbesondere für die Kommerzialisierung ihrer weltweit führenden CIGS-Dünnschicht-Solartechnologie auf dem chinesischen Markt neue Chancen. „Wir haben alle Anstrengungen unternommen, um gestärkt aus dieser Situation hervorzugehen. Mit Shanghai Electric haben wir einen finanzstarken, strategischen Partner für die Zukunft gefunden, sagte Dieter Manz, Vorstandsvorsitzender der Manz AG: „Wir stehen in regem Austausch, um unsere zukünftige Zusammenarbeit in den Gebieten Energiespeichersysteme und Solar sowie in anderen Bereichen der Automationstechnologie im Detail auszugestalten und zum beiderseitigen Erfolg zu führen.“ Manz freue sich, jetzt auch Guoxing Yang mit an Bord zu haben und sei „zuversichtlich, in den kommenden Monaten über die nächsten Schritte in dieser Partnerschaft berichten zu können“.

Im vergangenen Geschäftsjahr hatte die Manz AG einen Umsatz von 222 Mio. Euro erwirtschaftet – 84 Mio. Euro weniger als 2014. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern, der operative Verlust, lag bei -58 Millionen Euro – 25 Millionen Euro mehr als 2014. Der Hauptgrund hierfür waren die Folgen von Auftragsstornierungen und -verzögerungen in den Bereichen Electronics und Energy Storage in Höhe von rund 140 Mio. Immerhin sehen die Zahlen für das laufende Jahr etwas besser aus: Im ersten Quartal steigerte der Anlagenbauer den Umsatz auf 64,5 Mio. Euro.

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