Reutlingen Versammlung: Schuhmacher ohne Nachwuchs

Reutlingen / SWP 28.03.2014

Vor wenigen Tagen fand die Hauptversammlung der Schuhmacher-Innung in der Kreishandwerkerschaft statt. In der Innung sind gerade einmal noch fünf Betriebe aus dem Kreis Mitglied, heißt es in einer Mitteilung. Das größte Problem der Betriebe ist der fehlende Nachwuchs. Die Betriebe werden deshalb meist altersbedingt aufgegeben und nicht mehr weitergeführt. Obermeister Martin Rilling sieht in der gesamten Branche dieses Nachwuchsproblem. Die Handwerker stellen sich deshalb zu Recht die Frage, wie es in Zukunft weitergehen soll, nachdem der Bedarf - insbesondere im Bereich der orthopädischen Schuhzurichtung und der Herstellung von Einlagen - vorhanden ist.

Der Schuhmarkt geht weit auseinander. Auf der einen Seite gibt es viele Billigschuhangebote, insbesondere aus Asien. Bei diesen Schuhen wird viel Kunststoff sowie Industrieleder verwendet. Eine Reparatur dieser Schuhe rentiert sich meist nicht oder sie können aufgrund der Materialien überhaupt nicht repariert werden. Auf der anderen Seite gibt es hochwertige Schuhe, bei denen ein großer Bedarf an einer qualifizierten Pflege und Reparatur besteht. Bei diesen Schuhen sind auch Preissteigerungen aufgrund kletternden Material- und Rohstoffpreise zu beobachten. Erst vor wenigen Tagen wurde vom Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie anlässlich der Schuhmesse in Düsseldorf eine Preissteigerung für 2014 über der Inflationsrate vorhergesagt.

Die Tage der Reutlinger Schuhmacher-Innung sind aufgrund dieser Situation gezählt, so auch der Geschäftsführer der Reutlinger Kreishandwerkerschaft, Ewald Heinzelmann. Nichtsdestotrotz wollen die Betriebe ihre Gemeinschaft so lange am Leben erhalten, wie es ihnen möglich ist. Bei der Versammlung vor wenigen Tagen waren nahezu alle Mitglieder der Innung anwesend und hatten nach Erledigung der Innungsregularien lebhaft Erfahrungen ausgetauscht.