Reutlingen / swp

Weniger Verkehrsunfälle und weniger Verkehrstote, aber mehr Verletzte - Rückgänge bei den Fußgängerunfällen, Unfällen mit Kindern und jungen Erwachsenen sowie Lkw-Unfällen - Zunahme und schwerere Folgen bei den Unfällen mit Fahrrad- und Motorradfahrern.

Licht- und Schattenseiten

"Wie immer hat unsere Unfallbilanz Licht- und Schattenseiten, die zum Teil eng beieinander liegen. Leider ist die Zahl der Verletzten nach einem zweijährigen Rückgang wieder angestiegen. Dass weniger Verkehrstote zu beklagen waren, ist eine gute Nachricht, die aber nicht darüber hinwegtäuschen darf, wie schmal der Grat ist, der darüber entscheidet, ob jemand verletzt überlebt oder sein Leben verliert. Da gibt es mitunter schicksalhafte Abläufe, die weder durch Prävention noch durch Kontrollen beeinflusst werden können. Wo wir aber als Polizei dazu beitragen können, hochriskantes und lebensgefährliches Verhalten im Straßenverkehr zu verringern, müssen wir weiter ansetzen", sagte Polizeipräsident Professor Alexander Pick in Reutlingen.

Die Zahl der Verkehrsunfälle im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Reutlingen ist im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit vielen Jahren zurückgegangen. Die Zahlen fielen um 3,1 Prozent auf 30.178 und damit wieder ungefähr auf das Niveau des Jahres 2016.

Leider schlägt sich dies nicht auf jene Unfälle nieder, bei denen Personen zu Schaden kamen. Nach erfreulichen Rückgängen den in den Jahren 2016 und 2017 sind diese Unfälle im Jahr 2018 wieder zwar nur gering, aber doch um 1,4 Prozent auf 3.163 angestiegen. Dagegen nahmen die Unfälle mit Sachschaden um 3,6 Prozent auf 27.015 ab. Der Gesamtschaden beträgt nach Schätzungen von Experten über 464 Millionen Euro.

Weniger Verkehrstote

Die Zahl der Verkehrstoten ging in den drei Landkreisen insgesamt zurück. 25 Menschen verloren im vergangenen Jahr ihr Leben. 2017 waren es 31 gewesen. Zehn der Getöteten waren als Fahrer oder Beifahrer in einem Pkw unterwegs, am zweithäufigsten waren mit sieben Unfallopfern Motorradfahrer betroffen. Unter den Toten waren auch sechs Radfahrer und jeweils ein Fahrer eines Krankenfahrstuhls und eines Gabelstaplers. Die Entwicklung in den Landkreisen differiert stark: Nachdem im Landkreis Esslingen im Jahr 2017 acht Menschen gestorben waren, hat sich diese Zahl im vergangenen Jahr auf 16 Getötete verdoppelt. Darunter befanden sich acht Pkw-Insassen, drei Motorradfahrer und fünf Radfahrer. Im Landkreis Reutlingen hingegen hat sich nach 14 Verkehrstoten im Jahr 2017 die Zahl der Getöteten mit einem Rückgang auf sechs mehr als halbiert. Bei vier Getöteten handelte es sich um Motorradfahrer, bei zwei um Pkw-Insassen. Ähnlich ist die Entwicklung im Landkreis Tübingen. Waren 2017 noch neun Tote zu beklagen, ging diese Zahl im Jahr 2018 auf drei zurück, darunter eine Radfahrerin, ein Krankenfahrstuhl- und ein Gabelstaplerfahrer.

Drei Verletzte und zwei Totalschäden sind die Bilanz eines schweren Verkehrsunfalls, der sich am in der Emil-Adolff-Straße ereignet hat.

Die deutlichen Rückgänge der Schwerverletzten in den Jahren 2016 und 2017 haben sich leider 2018 nicht fortgesetzt. Die Zahl stieg um 24 (4,2 Prozent) auf 596 (Lkrs. Esslingen minus sieben Prozent, Lkr.Reutlingen plus sechs Prozent, Lkrs. Tübingen plus 30,2 Prozent). Auch die Zahl der Leichtverletzten stieg um 2,2 Prozent bzw. um 72 auf 3.380 (Lkrs. Esslingen minus 0,7 Prozent, Lkrs. Reutlingen plus 9,8 Prozent, Lkrs. Tübingen minus 2,9 Prozent).

Häufigste Ursache: Vorfahrtsverstöße

Die detaillierte Auswertung der etwa 12.000 über die reinen Kleinstunfälle hinausgehenden Geschehnisse ergab als häufigste Ursache mit 2.000 Unfällen Vorfahrtsverstöße, gefolgt von 1.979 mal Fehler beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren, 1.026 Abstandsverstößen und 581 mal überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit. Mangelnde Verkehrstüchtigkeit (Alkohol/Drogen, medizinische Ursachen, Übermüdung) nimmt mit 550 Fällen den Höchststand der vergangenen fünf Jahre ein. Dabei sticht die Ursache Alkohol mit 398 Unfällen besonders heraus. 320 mal wurden Fehler beim Überholen als Ursache registriert. Je schwerer die Unfallfolgen sind, desto mehr kommt naturgemäß als Ursache Geschwindigkeit zum Tragen. Jeder fünfte Verkehrsunfall mit schweren Personenschäden (Toten oder Schwerverletzten) geht auf das Konto Geschwindigkeit. Sie ist hier Ursache Nummer eins. Allein bei neun der 25 tödlichen Unfällen war Geschwindigkeit ursächlich oder mit ursächlich.

Geschwindigkeitskontrollen: 89.500 Verstöße

Bei ihren Geschwindigkeitskontrollen registrierte die Polizei 2018 insgesamt knapp 89.500 Verstöße, was zu 1.255 Fahrverboten führte.Außerdem deckten die Beamten bei ihren schwerpunktmäßig durchgeführten Gurtkontrollen 7.940 Verstöße auf. Zudem wurden 461 nicht ordnungsgemäß gesicherte Kinder beanstandet. Alle diese Verkehrsteilnehmer und viele andere, die nicht erwischt wurden, riskierten ihr Leben. Von acht getöteten Fahrzeuginsassen, für die eine Gurtpflicht bestand, waren zwei nicht angeschnallt. Außerdem wurden fast 6.800 Handyverstöße zur Anzeige gebracht. Weiter angestiegen sind die alkoholbedingten Unfälle. Lag die Zahl bereits 2017 auf dem Höchststand der letzten fünf Jahre, wurden 2018 nochmals 6,1 Prozent mehr Unfälle unter Alkohol registriert. Während im Landkreis Esslingen ein Rückgang um 16 Prozent registriert wurde, nahmen die Zahlen in den Landkreisen Reutlingen (plus 32 Prozent) und Tübingen (plus 40 Prozent) zu. Insgesamt über 37 Prozent und damit weit über ein Drittel der alkoholbedingten Unfälle gingen mit Personenschäden einher. Dabei waren ein Toter, 48 Schwerverletzte und 147 Leichtverletzte zu beklagen. Von 48 auf 37 und damit um 22,9 Prozent sind die Unfälle gesunken, die durch Drogeneinfluss verursacht wurden. Eine Person wurde schwer, 17 wurden leicht verletzt. Im Rahmen der polizeilichen Verkehrsüberwachung wurden

1.236 Fahrzeugführer wegen Fahrens unter Alkoholeinwirkung und 584 Fahrer wegen Fahrens unter Drogeneinwirkung zur Anzeige gebracht.

Der Polizeiposten Alb ist unter neuer Leitung.

Anstieg bei Zweiradunfällen

Im Bereich der Zweiradunfälle (vom Mofa bis zum schweren Motorrad) wurde nach zweimaligen Rückgängen im Jahr 2018 wieder ein Anstieg verzeichnet. Die Unfallzahlen sind um 6,4 Prozent auf 719 gestiegen. Sieben Zweiradfahrer (alles Motorradfahrer) starben. Im Vorjahr waren es zehn gewesen. Sowohl die Zahl der Schwerverletzten (plus 5,9 Prozent), als auch die Zahl der Leichtverletzten (plus 13,2 Prozent) stiegen an. Die Gruppe der Zweiradfahrer stellt damit 28 Prozent der Verkehrstoten, obwohl ihr Anteil am gesamten Unfallgeschehen im Jahr 2018 bei nur 2,5 Prozent lag. Betrachtet man im Bereich der Zweiradunfälle explizit die darunter fallenden Unfälle mit Motorrädern, so wurde nach den Rückgängen in den Jahren 2016 und 2017 für 2018, wieder eine Zunahme von 4,9 Prozent auf 488 Unfälle registriert. Ein Zusammenhang mit der monatelangen Schönwetterperiode ab Mai 2018 liegt auf der Hand.

Während im Landkreis Esslingen die Unfälle um 10,2 Prozent und im Landkreis Tübingen um 6,2 Prozent anstiegen, blieben die Zahlen im Landkreis Reutlingen mit einer geringen Abnahme um 1,6 Prozent annähernd auf Vorjahresniveau. Wie 2017 wurden erneut sieben Motorradfahrer getötet (vier im Lkrs. Reutlingen, drei im Lkrs. Esslingen). Mit 109 waren im gesamten Präsidiumsbereich rund 10 Prozent mehr schwer verletzte Motorradfahrer zu beklagen als 2017. Auch die Leichtverletzten stiegen um 12,8 Prozent auf 290. 261 Motorradunfälle, das sind 53,5 Prozent, wurden von Bikern verursacht, 134 dieser Unfallverursacher waren allein beteiligt. Bei den von Motorradfahrern verursachten Unfällen mit schweren Personenschäden, also Toten oder Schwerverletzten, ragen mit zusammen 68 Prozent die Ursachen Geschwindigkeit und Überholen signifikant heraus. Allein bei gezielten Kontrollaktionen auf den beliebten Ausflugsstrecken wurden in der Motorradsaison 606 Biker beanstandet, 242 davon wegen überhöhter Geschwindigkeit und Überholverstößen.

Unfälle mit Fahrradfahrern auf Höchststand

Nach einem Rückgang im Jahr 2017 hat sich 2018 die Anzahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Fahrradfahrern um 10,2 Prozent erhöht und liegt mit 1.072 (2017: 973) auf dem Höchststand der letzten zehn Jahre. Sechs Radfahrer (2017: ein) starben. 155 Radfahrer, 16,5 Prozent mehr als im Vorjahr, wurden schwer verletzt. Die Zahl der Leichtverletzten stieg um 51 auf 749 an. In 660 oder 61,5 Prozent der Unfälle setzten die Radfahrer die Unfallursache. An 336 (2017: 285) und damit etwa der Hälfte der von den Radfahrern verursachten Unfälle war kein weiterer Verkehrsteilnehmer beteiligt.

Die Unfälle mit Beteiligung von Pedelecs stiegen in den vergangenen Jahren mit der wachsenden Beliebtheit dieses Verkehrsmittels stetig an. 2018 ist die Zahl nochmals um fast 30 Prozent auf 196 angewachsen.

Fußgängerunfälle gingen zurück

Die Fußgängerunfälle gingen um elf Prozent auf 325 zurück. Erfreulicherweise musste kein Fußgänger sein Leben lassen, 2017 waren es sechs getötete Fußgänger gewesen. Die Zahl der Schwerverletzten verringerte sich von 77 auf 64. Mit 240 wurden 14 Fußgänger weniger als im Vorjahr leicht verletzt. 30,8 Prozent der Unfälle wurden durch die Fußgänger, mehr als zwei Drittel von anderen Verkehrsteilnehmern verursacht. Um 19 und damit um 8,6 Prozent auf 201 sind die Verkehrsunfälle zurückgegangen, in die Kinder (bis 13 Jahre) verwickelt waren. Auch die Unfallfolgen haben sich leicht abgeschwächt: Wie 2017 wurde kein Kind getötet. Die Zahl der schwer verletzten Kinder ging um drei auf

36 zurück, während 228 Kinder (2017: 238) leicht verletzt blieben.

Rund 60 Prozent der Unfälle wurden durch Kinder, 40 Prozent von anderen Verkehrsteilnehmern verursacht. Die Betrachtung der Schulwegunfälle (mit Schülern zwischen sechs und 17 Jahren, sofern sie selbst aktiv am Straßenverkehr teilnahmen und nicht nur Beifahrer waren) zeigt, dass diese Unfälle um 35,8 Prozent auf 43 gesunken sind. Auch die Zahl der Leichtverletzten ging um 26 auf 35 zurück, während die Zahl der schwer verletzten Schüler sich von vier auf zehn erhöhte. Erfreulich ist, dass es - wie schon im Vorjahr -auch 2018 kein Todesopfer gab.

Junge Erwachsene: mehr Schwerverletzte

Eine nur teilweise positive Bilanz lässt sich für das Jahr 2018 bei den Verkehrsunfällen mit Beteiligung "junger Erwachsener" (18 bis 24 Jahre) ziehen. Im Präsidiumsbereich gab es weniger Unfälle, auch sind deutlich weniger Tote und Leichtverletzte zu beklagen, aber es gab mehr Schwerverletzte: Die Gesamtzahl der Unfälle fiel um 4,6 Prozent auf 2.292 (2017: 2.402). Leicht verletzt wurden 914 und damit 54 Personen weniger als 2017. Mit 147, davon 87 junge Erwachsene, wurden aber über 12 Prozent mehr Menschen schwer verletzt. Fünf Menschen (alle junge Erwachsene) verloren ihr Leben. 2017 waren es zehn Personen unterschiedlichen Alters gewesen. In 51,5 Prozent der Unfälle wurden die jungen Erwachsenen als Unfallverursacher registriert. Unter den Hauptursachen liegen mit etwa 24 Prozent Vorfahrtsverletzungen ganz vorne. Die Ursachen Geschwindigkeit und Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren schlagen mit jeweils rund 15 Prozent zu Buche, gefolgt von Abstandverstößen (elf Prozent), mangelnde Verkehrstüchtigkeit (sieben Prozent) und Überholen (vier Prozent).

Unfälle mit Senioren auf hohem Niveau

Die Unfälle mit Senioren ab 65 Jahren stagnieren auf hohem Niveau. 2018 waren es 2.474 Unfälle, nur drei weniger als im Vorjahr. Nach 2017 mit 13 Todesopfern (davon elf Senioren) waren es 2018 acht Getötete, davon sechs Senioren. 164 Personen und damit 16 weniger als im Vorjahr, darunter 113 Senioren, wurden schwer verletzt. Die Zahl der Leichtverletzten stieg von 682 auf 763 (401 Senioren). Über zwei Drittel der Unfälle wurden von den Senioren verursacht. Hauptursachen sind Vorfahrtsverstöße (26 Prozent) und Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren (21 Prozent). Abstand und mangelnde Verkehrstüchtigkeit spielen mit fünf Prozent keine herausragende, Geschwindigkeit mit einem Prozent so gut wie gar keine Rolle.

LKW-Unfälle gingen zurück

Die Unfälle, an denen Lkw beteiligt waren, gingen um 3,8 Prozent auf 1.048 zurück. Erfreulicherweise schlug sich diese Entwicklung auch bei den schweren Unfallfolgen nieder. Drei Menschen starben, 2017 waren es zehn gewesen. 43 Personen, neun weniger als 2017, wurden schwer verletzt. Die Zahl der Leichtverletzten blieb mit 218 (2017: 219) annähernd gleich. In 68,5 Prozent der Unfälle lag die Ursache bei den Lkw-Fahrern. Bei den regelmäßig durchgeführten Kontrollen der Spezialisten der Verkehrspolizei, teilweise in Form von Großkontrollen in Zusammenarbeit mit dem Zoll und dem Polizeipräsidium Einsatz, wurden im Jahr 2018 über 3.040 und damit rund dreiviertel der insgesamt fast 4.100 kontrollierten Lkw beanstandet. Dabei traten insgesamt über 18.700 einzelne Verstöße zu Tage. In der überwiegenden Mehrzahl waren dies mitunter erhebliche Verstöße gegen die Sozialvorschriften, insbesondere die mangelnde Einhaltung von Lenk- und Ruhezeiten, und zur Verschleierung dieser Verstöße vorgenommene Manipulationen. In 1.670 Fällen wurden gefährliche, technische Mängel geahndet. Die Kontrollen werden angesichts dieser Feststellungen fortgesetzt.

Zahl Unfallflucht stagniert

Die Zahl der Unfallfluchten stagniert im Jahr 2018 auf nach wie vor hohem Niveau. Zwar ist ein leichter Rückgang um 81 auf 6.326 Fälle zu verzeichnen, allerdings hat sich der Anteil dieser Straftaten am Gesamtunfallgeschehen nicht verringert. Nach wie vor flüchtete bei etwa jedem fünften Unfall ein Beteiligter - meist der Verursacher - vom Unfallort. Jede dritte dieser Straftaten konnte aufgeklärt werden. In 141 Fällen wurde der Einfluss berauschender Mittel nachgewiesen. Von einer erheblichen Dunkelziffer ist hier aber auszugehen. Die Aufklärungsquote bei den 236 Unfallfluchten nach Unfällen mit Personenschaden, bei denen eine Person starb und 272 Menschen verletzt wurden, konnte erneut verbessert werden und beträgt nun 52 Prozent.

Polizei setzt auf Kontrollen und Prävention

Die Kontrollmaßnahmen orientieren sich wie schon in den Vorjahren weiterhin am jeweiligen Unfalllagebild. Dabei liegen sich Geschwindigkeit, Fahren unter Drogen- oder Alkoholeinfluss, Fahren ohne Gurt, Ablenkung und Handyverstöße im besonderen Fokus.

Gleichzeitig setzt die Polizei aber auch künftig auf Prävention durch Aufklärung der jeweiligen Zielgruppen:

Fußgänger:

Die Fußgänger sind die schwächsten Verkehrsteilnehmer, ganz besonders die Vorschulkinder und Erstklässler auf ihren Schulwegen.

Ihrer nimmt sich die Polizei mit Kooperationspartnern in der Verkehrssicherheitsarbeit besonders an. In 2018 wurden durch praktische Lerngänge und Vorstellungen der Polizeipuppenbühnen insgesamt 8.017 Kinder in 467 Präventionsveranstaltungen erreicht.

Die "Aktion sicherer Schulweg" und das Engagement für Schulanfänger sind zu Schuljahresbeginn im gesamten Bereich des Polizeipräsidiums Reutlingen schon seit vielen Jahren, auch mit Kontrollen an den Schulwegen, fester Bestandteil der polizeilichen Maßnahmen.

Fahrradfahrer:

Die flächendeckende Radfahrausbildung aller Viertklässler ist ein verpflichtender Unterrichtsbaustein der Grundschulen. Neben der schulischen Theorieausbildung erfolgen die Praxisausbildungen in den elf Jugendverkehrsschulen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Reutlingen durch besonders geschulte Polizisten. In

2018 wurden 9.447 Kinder aus 718 Klassen beschult. Für die sechste Klassenstufe gab es Präventionsunterricht zum Thema "Schütze dein Bestes", nämlich das Gehirn, durch Tragen eines Fahrradhelms. 2018 wurden in 125 Veranstaltungen insgesamt 2.940 Schüler erreicht.

Schulbusverkehr:

In Schulbustrainings wurden Schüler über das richtige Verhalten an Bushaltestellen und in Bussen informiert. Meist in Kooperation mit Busunternehmen konnten im vergangenen Jahr für Fünftklässler 153 Veranstaltungen organisiert werden, an denen insgesamt 3.769 Schüler teilnahmen.

Junge Fahrer:

Bei der Zielgruppe der jungen Fahrer handelt es sich nach wie vor um eine Risikogruppe der Unfallstatistik. Zu den Hauptunfallursachen Geschwindigkeit, Ablenkung, Alkohol und Drogen wurde eine landesweite Präventionskampagne namens NO GAME entwickelt. Diese floss 2018 in die 90 mit Schulen durchgeführten Verkehrssicherheitstage mit insgesamt 2.182 Teilnehmern ein. Am 17. Juli 2019 wird der Landesaktionstag zu NO GAME mit über 2.000 Schülern am beruflichen Schulzentrum in Reutlingen stattfinden. Außerdem wurde das 2016 an der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik in Tübingen und 2017 am Kreisklinikum Reutlingen eingeführte Präventionsprojekt "P.A.R.T.Y."

(Prävention-Alkohol-Risiko-Trauma-Youth) auch 2018 fortgeführt.

Dadurch konnten weitere 369 Schüler in insgesamt 16 Veranstaltungen erreicht werden.

Senioren:

In Vorträgen wurden Seniorinnen und Senioren über die spezifischen Risiken, Gefahren und mögliche Vorbeugungsmaßnahmen aufgeklärt.

Schwerpunkt bilden die bei Senioren immer beliebter werdenden E-Bikes und Pedelecs Mit der Info-Aktion "HELM TRAGEN. VORBILD SEIN."

wurden zahlreiche Senioren bei lokalen Aktionen und an stark frequentierten Radwanderwegen angesprochen. Die sehr positive Resonanz 2018 begründet ähnliche Aktionen im Jahr 2019.

Motorradfahrer:

Motorisierte Zweiradfahrer stehen im besonderen Fokus der Verkehrssicherheitsarbeit. Hier setzt die Polizei weiterhin auf die bewusste Kombination von Repression und Prävention entlang beliebter Motorradstrecken. Schon die Präsenz der Polizei mit Kontrollaktionen bewirkt eine deutlich defensivere Fahrweise. Darüber hinaus kommen die Polizei und ihre Partner aus der Verkehrssicherheitsarbeit an Aktionsständen mit Bikern ins Gespräch. Ein Aktionstag ist bereits für den 30. Juni 2019 in Hülben geplant.

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