Unterhausen Verdolung rächt sich

Beim Gewässernachbarschaftstag gabs nicht nur Vorträge - es ging auch an die Echaz. Foto: Jan Zawadil
Beim Gewässernachbarschaftstag gabs nicht nur Vorträge - es ging auch an die Echaz. Foto: Jan Zawadil
JAN ZAWADIL 02.10.2012
Der Gewässernachbarschaftstag machte in diesem Jahr in Unterhausen Station. Themen waren dabei unter anderem die Gewässerunterhaltung sowie das, was sich in und rund um Flüsse und Bäche tut.

Bäche und Flüsse sind wichtige Lebensräume für unterschiedlichste Tiere und Pflanzen und dienen auch dem Menschen. Um die Gewässerunterhaltung drehte sich am Donnerstag der Gewässernachbarschaftstag, der in diesem Jahr nicht nur Station in Unterhausen machte, sondern verschiedene Vertreter von Kommunen und Behörden an einem Tisch zusammenführte.

Dennoch: "Er soll die Gewässerunterhaltspflichtigen fürs Thema sensibilisieren", erklärte Hans-Jörg Brändle vom Landratsamt und dort beim Ressort Oberflächengewässer tätig. Darüber hinaus stehe der Austausch zwischen den unterschiedlichen Teilnehmern im Mittelpunkt, um Informationen über verschiedene Dinge wie beispielsweise Hochwasserschutzmaßnahmen in den verschiedenen Gemeinden aus erster Hand zu erhalten.

Dabei stand das Thema Hochwasser ohnehin groß auf dem Programm. Denn nach den zahlreichen Starkregenereignissen der vergangenen Jahre kommen viele Gemeinden nicht umhin, sich mit der eigenen Situation zu beschäftigen. Doch nachdem die Hochwassergefahrenkarten laut Brändle im kommenden Jahr veröffentlich werden dürften, weiß der Experte um die Tücken, wie sie beispielsweise an der Echaz auftreten können.

"Hier war die Bebauung immer stark und bis an den Gewässerrand", meinte Brändle deshalb und ergänzte, dass sich in einer derartigen Umgebung das Wasser nicht wie beispielsweise im Lautertal auf die Fläche ausweiten könne. Dabei werde es angesichts des Klimawandels auch in Zukunft zu mehr Starkregenereignissen kommen. Für neue Brücken werde deshalb bereits jetzt ein so genannter Klimazuschlag von 15 Prozent eingeplant, der nicht nur vorschreibt, die Bauwerke höher zu errichten, sondern auch, dass mehr Wasser unter ihnen durchfließen muss, um das Nass einigermaßen dort zu halten, wohin es gehört.

"Den Kommunen ist der Handlungsbedarf bewusst", erklärt der Vertreter des Landratsamts dementsprechend. Trotzdem räche sich nun die Verdolung zahlreicher Gewässer in den 1970er- und 1980er-Jahren. Außerdem seien die Abläufe in der Vergangenheit oft zu klein dimensioniert worden. Wobei das letztlich eine Frage des Geldes gewesen sein dürfte.

An den Finanzen dürfte es aber auch jetzt wieder hängen. Denn wie Brändle weiter erklärte, könnte mit Blick auf die Gewässer, und da gar nicht mal aufs Hochwasser, noch etwas getan werden. Angesichts knapper Gemeindekassen stünden vor der Kür trotzdem oft andere und meist dringlichere Aufgaben, die es abzuarbeiten gelte.

Weil am Donnerstag trotzdem nicht nur die Theorie, sondern genauso die Praxis im Mittelpunkt des Gewässernachbarschaftstages stand, ging es für die rund 35 Teilnehmer noch auf Exkursion entlang der Echaz. Doch so idyllisch wie die zwischenzeitlich Richtung Neckar fließt war sie oftmals nicht, wie Lichtensteins Ortsbaumeister Eberhard Heyd ausführte. Wurde und wird doch teils immer noch manches Überbleibsel wilder Entsorgung geborgen.