Pfullingen Unterwegs mit Wolf und Hund

Unterricht mal anders an der Wilhelm-Hauff-Realschule in Pfullingen: Andrea Klemer war mit ihrem Hund zu Gast.
Unterricht mal anders an der Wilhelm-Hauff-Realschule in Pfullingen: Andrea Klemer war mit ihrem Hund zu Gast. © Foto: Sonja Neumann
Pfullingen / swp 19.01.2018

Auch in diesem Schuljahr haben wieder 14 Schüler im Rahmen der Lernangebote ohne Notendruck die Gelegenheit, viel über Hunde zu erfahren. Dazu lernen sie immer wieder andere Hunde, ihre Besitzer und die Aufgaben der verschiedenen Hunde kennen. Andrea Karnick, Lehrerin an der Wilhelm-Hauff-Realschule, hatte ein Highlight organisiert, nämlich den Besuch der Wolfsbotschafterin Andrea Klemer vom NABU (Naturschutzbund Deutschland).

Von Andrea Klemer erfuhren die Kinder viel Interessantes über den Wolf, dem Vorgänger aller heutigen Hunde, über sein Aussehen, seine ausgezeichneten Sinne und sein Laufvermögen.  Die Nahrung des Wolfes stellten die Kinder zunächst selbst mit Hilfe von Fotokärtchen zusammen, dann wurde die Sortierung besprochen. Hauptsächlich frisst der Wolf Rehwild, verschmäht aber auch eine Maus nicht. Bei Fröschen, Enten und Igeln waren die Kinder nicht so ganz sicher.

Lange Zeit gab es in Deutschland keine Wölfe, seit einigen Jahren gibt es wieder einzelne Wölfe, Paare und 60 Wolfsrudel, die meisten davon im Osten von Deutschland, wie Andrea Klemer anhand einer Karte zeigen konnte. Mittlerweile gab es auch schon Wolfssichtungen in Baden-Württemberg, jüngst in Korntal. Eine Wolfsbegegnung ist laut Klemer zwar sehr unwahrscheinlich, aber  in Zukunft nicht ganz ausgeschlossen. Angst oder Panik müsse aber niemand haben, so Andrea Klemer, da es in den 17 Jahren, in denen Wölfe wieder in Deutschland heimisch sind, noch keinen Fall gegeben habe, in dem Wölfe Menschen angriffen oder sich aggressiv zeigten.

Ältere Wölfe sehe man wohl eher selten, aber junge Wölfe seien auch mal neugierig und an Menschen oder Fahrzeugen interessiert, so Klemer. Wichtig war Andrea Klemer den Kindern zu erläutern, wie man sich im Fall des Falles richtig verhält: „Nicht wegrennen, den Wolf keinesfalls anfüttern, Blickkontakt halten“, riet Klemer. Und wenn man sich unwohl fühle, könne man  in die Hände klatschen.

Die Wolfssichtung mit eventuellen Fotos sei dann dem  Wildtierbeauftragten im Landratsamt zu melden. Für Schäfer wird es eine besondere Herausforderung sein, wenn der Wolf kommt. Zusammen mit den Kindern wurde überlegt, wie man deren Schafherden vor dem Wolf schützen könnte. Klemer beschrieb den Aufbau und die damit verbundenen Schwierigkeiten eines wolfsabweisenden Elektrozaunes und was es mit Herdenschutzhunden auf sich hat.

Herdenschutzhunde wachsen in der Schafsherde auf und ihre Aufgabe ist nicht das Treiben der Herde (das machen die Hütehunde), sondern das Verteidigen gegen mögliche Eindringlinge wie Wölfe und streunende Hunde.

Begleitet wurde Klemer von ihrem schulerprobten Hund „Fido“, einem Bretonischen Spaniel, einer Jagdhunderasse.  Er wurde von den Kindern genau auf anatomische Parallelen zum Wolf hin untersucht und musste 14 Mal seine Zähne und Pfoten zeigen, was er auch brav machte. Die zwei von Klemer mitgebrachten, lebensgroßen Pappwölfe haben die Kinder vor allem bezüglich ihrer Größe sehr beeindruckt. Wie Wölfe in der Natur und in der Nähe von menschlichen Siedlungen leben, wie Schäfer ihre Herden mit Hunden schützen und wie Forscher, „Monitoring“ betreiben, also (die teilweise) besenderten Wölfe beobachten, konnten die Kinder in einer anschließenden Filmreportage am Beispiel Italien anschauen.

Am Ende kamen mehrere Kinder noch persönlich zu Andrea Klemer, um sich zu bedanken und betonten, dass es für sie eine spannende und lehrreiche Einheit war. Lehr-Hund „Fido“ und auch Andrea Klemer erhielten noch ein kleines Dankeschön-Präsent von Andrea Karnick überreicht.