Kommentar Evelyn Rupprecht zur Sondersitzung des Gemeinderats Unter Zugzwang

© Foto: Thomas Kiehl
Von Evelyn Rupprecht 14.06.2018

Es ist gut, dass die Stadträte den Baubeschluss für das Mehrfamilienhaus am Entensee einstimmig gefasst haben. Besser aber noch ist es, dass sie sich in der Sondersitzung direkt an die Anlieger gewandt, Verständnis für ihre Ängste und Sorgen geäußert, aber auch betont haben, wie unverzichtbar das Projekt ist – und, dass es derzeit dafür keinen besseren Standort gibt, als den Bereich Entensee.

Angesichts von so viel Geschlossenheit und auch mit Blick auf die Informationsoffensive der Stadt hatten die Anwohner kaum noch Fragen. Vielleicht haben sie aber auch erkannt, dass man mit dem St.-Florians-Prinzip nicht weiterkommt. Denn irgendwo muss die Stadt Platz für Flüchtlinge, Obdachlose und sozial Schwache schaffen. Dass sich keiner darüber freut, wenn ein derart groß dimensioniertes Gebäude in seiner Nähe entsteht, ist nachvollziehbar. Doch die Ankündigung von Bürgermeister Michael Schrenk, dass man in Zukunft über noch ganz andere Standorte sprechen müsse, dürfte viele Bürger aufhorchen lassen. Die nächsten Proteste scheinen programmiert. Bleibt zu hoffen, dass die Stadt ihrer Linie treu bleibt und dann genauso nachhaltig und sorgsam mit den Bedenken der Bürger umgeht.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel