Die Deutsche Unesco-Kommission hat in ihrer jüngsten Sitzung am vergangenen Freitag dem gemeinsamen Antrag der Städte Reutlingen, Ulm und Esslingen am Neckar entsprochen und die heute noch lebendigen Schwörtagstraditionen in diesen einstigen Reichsstädten in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Der Antrag war 2019 über das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg auf den Weg gebracht worden.

Die Bedeutung hervorheben

Ziel des Prädikats „Immaterielles Kulturerbe“ ist es, die kulturelle Vielfalt in Deutschland sichtbar zu machen. Nach Auffassung der Kommission sind die Schwörtagstraditionen der drei ehemaligen Reichsstädte „als Ausdruck kommunaler Demokratie und Selbstbestimmung“, wie es im Antragstext heißt, dafür ein besonders wichtiges Beispiel. Das Prädikat „Immaterielles Kulturerbe“ dient der Sichtbarkeit und der Hervorhebung der Bedeutung der Schwörtagstraditionen auf nationaler Ebene. Sie sind laut Kommission in hohem Maße identitätsstiftend und fördern die kommunale Demokratie.