Reutlingen Und jetzt noch ein neuer Name

Pläne, Debatten, offene Fragen: Info-Abend zum Programmkino. Foto: Angela Steidle
Pläne, Debatten, offene Fragen: Info-Abend zum Programmkino. Foto: Angela Steidle
Reutlingen / ANGELA STEIDLE 17.03.2014
Das "Tollste" ist laut Karin Zäh: "Die Genossenschaft Reutlinger Programmkino hat - Stand heute - 484 Anteile für 96 860 Euro untergebracht."

Aktuelle Informationen, einen Blick ins Innere des Kadat, Fragen zur Finanzierung und eine Menge Jobs für engagierte Cineasten gab es am Freitagabend beim Infoabend zum neuen Reutlinger Programmkino mit Ortstermin zuhauf. Karin Zäh, Mitinitiatorin der Bürgergenossenschaft, versprach, bei der Eröffnung gleich nach dem Vorfilm das Eiskonfekt höchst persönlich zu verkaufen. Wie in alten Zeiten! Bei der Kinomesse Forum Film Anfang April in Baden-Baden wird schon mal nach Kinosesseln gestöbert und den Geldgebern der Filmförderanstalt FFA in Berlin. Möglich, dass schon jemand weiß, wie es um den Reutlinger Antrag steht. Immerhin geht es für die Genossenschaft um rund 200 000 Euro zinslose Kredite, davon 30 Prozent als reine Zuschüsse.

Immer schön eins nach dem andern, nahm Klaus Kupke den Druck aus dem Kessel: Die Reihe der EU-, Deutschland-, Landes- und kommunalen Fördertöpfe ist noch lange nicht abgearbeitet. Da gibt es noch Kreativraum. Erste Sponsoren haben sich gemeldet und begeisterte Mitstreiter, die jetzt schon die Bewerbung für Kinopreise empfehlen. Das Gesamtvolumen der Anfangsinvestitionen, sagt Klaus Kupke, liegt bei rund 400 000 Euro. Die fließen in den Innenausbau des anzumietenden Fabrikgeländes, in die Technik, die Heizung, die Beleuchtung, das Mobiliar. Zwischen dem, was schon von Genossen gezeichnet und im besten Fall von dritten gesponsert wird, klafft eine Lücke, für die sich zu guten Konditionen sogar schon eine Bank gefunden hat: "Nachdem wir aufgezählt haben, wer hier alles dabei ist - ein gutes Spektrum durch die Reutlinger Bevölkerung, so wie ihr hier sitzt - war das mit der Bank ein sehr angenehmes Gespräch", erzählte Karin Zäh. "Auf dieser Basis sollten wir mehr werden. Das gibt uns wirklich einen sicheren Stand!"

Ist die Initiative auch offen für Großsponsoren, die die Patenschaft für das Kino übernehmen? Generell ja, das entscheidet die Vollversammlung. Was kann die Filmgesellschaft Baden-Württemberg beitragen? Nur Zuschüsse zum laufenden Betrieb und komplementär zur Städtischen Unterstützung. Kontakt zum Jufi? Der Jugendfilmclub passt vom Anspruch gut dazu. Warum heißt die Initiative nicht mehr Kamino? Weil dieser Markenname bereits geschützt ist. Ein neuer Name wird gesucht. Die Gründungsunterlagen für die Genossenschaft "Programmkino Reutlingen eG" sind zur Prüfung beim Verband in Hamburg. Karin Zäh: "Das dauert mindestens acht Wochen. So lange können sie ihr Geld noch behalten." Eine "patente" Steuerberaterin kümmert sich beim Finanzamt um die Anerkennung der Gemeinnützigkeit. Ein Wirtschaftsplan liegt den Gründungsunterlagen bei. Für den Förderantrag bei der FFA Berlin musste bei einem Büro in Düsseldorf ein Wirtschaftlichkeitsgutachten in Auftrag gegeben werden, das über zehn Jahre greift. Der Mietvertrag fürs Kino ist von zwei Anwälten geprüft und in der Nachverhandlung. Das Baugesuch über die Gebrüder Wendler ist in Arbeit und bis Ende März eingereicht. Interessentenlisten für die Arbeitsgruppen "Programmgestaltung", "Öffentlichkeitsarbeit und Sponsoring", "Abendregie" und "Aufgaben im Gebäudemanagement" liegen auf. Und zu guter Letzt: Immer am 18. Dezember, also zum Gründungsdatum, soll es im Kino einen Genossenschaftstag mit besonderem Programm geben.

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