Reutlingen Umgestaltung zwischen Alb- und Ulrichstraße erwünscht

Die mögliche Bebauung zwischen Alb- und Ulrichstraße interessierte am Dienstagabend rund 30 Anwohner.
Die mögliche Bebauung zwischen Alb- und Ulrichstraße interessierte am Dienstagabend rund 30 Anwohner. © Foto: Norbert Leister
NORBERT LEISTER 16.10.2014
Harmonisch endete die erste Anhörung beim "Nachbarschaftsabend", der von dem Bauvorhaben zwischen Albstraße und Ulrichstraße Betroffenen am Dienstagabend im Rathaus.

Rund 30 Interessierte wollten sich im Rathaus neueste Informationen zu einer möglichen Bebauung des Areals zwischen Albstraße, Seestraße, Ulrich- und St.-Leonhard-Straße holen. Stefan Dvorak, Leiter des Amts für Stadtentwicklung und Vermessung, berichtete bei dieser Veranstaltung mit Prof. Gerd Baldauf - "der von der Stadt beauftragt wurde, unabhängig vom Investor zu klären, wie das Gelände bebaut werden könnte".

In einem bereits längere Zeit andauernden Verfahren hatte sich das Städteplanungs-Büro Baldauf Gedanken über eine Neuordnung in dem 0,43 Hektar großen Areal gemacht. "Vor allem die Bebauung in der Albstraße soll eine Aufwertung erfahren", so der Professor. Wichtig seien aber auch die "Wegebeziehungen", so dass das Gebiet von Norden nach Süden und von Osten nach Westen durchquert werden könne. Eine kleine Mitte zur Begegnung sowie im Inneren des Quartiers ein verkehrsfreier Raum mit Aufenthaltsqualität solle ebenfalls geschaffen werden. Rund 35 Wohneinheiten sind bei den Überlegungen des Büros herausgekommen, verteilt auf ein Wohn- und Geschäftshaus an der Albstraße (wo jetzt noch das ehemalige Vereinsheim der Hells Angels steht) sowie im Innenraum des Geländes auf drei dreigeschossige Mehrfamilienhäuser und sieben Gebäude mit einem Geschoss weniger.

Zwei Tiefgaragen sind laut Dvorak angedacht, eine von der Albstraße anfahrbar, die andere von der Ulrichstraße. Die insgesamt 36 Stellplätze könnten aber bei größerer Nachfrage aus der Nachbarschaft eventuell auf eine höhere Zahl ansteigen, wie der städtische Amtsleiter erläuterte. Vorteilhaft wäre die Neubebauung schon allein aus einem einzigen Grund: Das jetzige Gelände dort wirkt in so manchem Winkel nicht nur abschreckend - sondern ist es tatsächlich. Genau so sehen es wohl auch einige Anwohner, zumindest diejenigen, die am Dienstagabend im Rathaus erschienen sind. Denn: Widerspruch gegen die Bebauung wurde nicht laut. Allerdings äußerten vor allem Nachbarn aus den Reihenhäusern der Seestraße, ob sie denn mit einer Hauswand direkt vor ihrem kleinen Gärtchen zu rechnen hätten. Daran sei nicht gedacht, sagte Dvorak. Ein Grünstreifen solle ausreichend Abstand zu den Reihenhäusern herstellen.

Aber: Dazu, wie auch zu der Frage, ob ein "Mistweg" - also ein schmaler Sackgassenweg zwischen diesen Grundstücksflächen - oder doch eher Garten an Garten genau an dieser Stelle den Anwohnern der Seestraße lieber wäre, können sich die Betroffenen auf der Homepage der Stadt in den kommenden zwei Wochen im Internet äußern. Ansonsten betonte ein Anwohner in der Ulrichstraße, "dass die Entwicklung durchaus erfreulich ist". Ein anderer Nachbar in dem Quartier äußerte allerdings Bedenken, dass ein "halböffentlicher Weg" - der als Fuß- und Radweg sowie für die künftigen Anwohner als Anfahrt zu ihrem Haus gedacht ist - "ganztägig mit Verkehr durch Paketdienste und Getränke-Lkw" belastet würde.

Wie es nun weitergeht? Diese Frage brannte offensichtlich einigen Interessierten auf den Nägeln, Dvorak erwiderte, dass so ein Bebauungsplanverfahren schon seine Zeit brauche. Der Gemeinderat müsse schlussendlich drüber entscheiden, vor den Sommerferien im kommenden Jahr sei auf jeden Fall nicht mit einem Weiterkommen zu rechnen. Dann sei es Sache des Investors, die Überlegungen von Stadt und Büro Baldauf mit Leben zu füllen.