Reutlingen Türen öffnen: IHK kooperiert mit Myanmar

SWP 27.11.2015

Die IHK Reutlingen startet eine Kooperation mit der Mandalay Region Chamber of Commerce and Industry (MRCCI). Das Ziel: Aufbauhilfe vor Ort und mehr wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Myanmar und der Region.

Offiziell startet die Kooperation im Januar 2016 und soll mindestens drei Jahre dauern. Die Zusammenarbeit kommt dabei nicht von ungefähr: Das einstmals sehr wohlhabende Land will in den kommenden Jahren unter anderem seine Textil- und Bekleidungsindustrie neu aufbauen. Seit 2012 ist Myanmar dabei, sich ökonomisch zu öffnen.

Die Kooperation wurde bei Sondierungsgesprächen zwischen den IHKs in Mandalay und Reutlingen vereinbart. Ihnen war der Wunsch vieler zahlreicher Firmen vorausgegangen, das Land als Markt zu entwickeln. "Mandalay ist Myanmars Geschäftszentrum Nummer eins und wird sich zur Boomtown des Landes entwickeln", zeigt sich IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp überzeugt.

Die IHK-Kooperation soll dazu dienen, heimischen Unternehmen den Zugang nach Myanmar zu erleichtern. "Das Land hat enormen Nachholbedarf. Unseren Firmen fehlen derzeit aber noch die richtigen Kontakte. Wir wollen dafür Türen öffnen", sagt Martin Fahling, Bereichsleiter International bei der IHK Reutlingen. Erste Projekte unter Einbeziehung baden-württembergischer Firmen gibt es schon. Bei dem einen geht es um die Ausbildung von Näherinnen und Näher, bei einem anderen um die Aufbereitung von Trinkwasser. Beide Projekte kamen mit Unterstützung des EZ-Scouts bei der IHK Reutlingen zustande. EZ steht für Entwicklungszusammenarbeit.

Die Kooperation wird im Rahmen des Kammer- und Verbandspartnerschaftsprogramms des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert. Eng eingebunden sind die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) und die Sequa, die tätige Entwicklungsorganisation der deutschen Wirtschaft. Das Projekt hat ein Volumen von knapp 900 000 Euro.