Pfullingen Tübinger Sommerakademiker besuchen Sondereinheit bei der Feuerwehr

Ziemlich katastrophal sieht die Übungsvorführung der Pfullinger Sondereinheit schon aus. Foto: Privat
Ziemlich katastrophal sieht die Übungsvorführung der Pfullinger Sondereinheit schon aus. Foto: Privat
Pfullingen / SWP 05.10.2012
Ende September konnten 54 Teilnehmer der Sommerakademie für Katastrophenmedizin und Humanitäre Hilfe im Feuerwehrhaus Pfullingen vom Kommandanten Dietmar Rall begrüßt werden.

Bereits zum dritten Mal in Folge beteiligte sich die Feuerwehr Pfullingen und die Schnelleinsatzgruppe des DRK-Kreisverbandes Reutlingen an der Tübinger Sommerakademie Katastrophenmedizin und Humanitäre Hilfe der Stiftung des deutschen Instituts für Katastrophenmedizin Tübingen. Vier Dutzend Medizinstudenten aller Semester bekommen hier die Möglichkeit, Einblicke in diesen besonderen Medizinbereich zu bekommen. Eine Mischung aus Theorie und Praxis, hochklassige Referenten sowie viel Zeit für Austausch und Gespräche über fünf Tage bietet dieses anspruchsvolle, deutschlandweit einzigartige Lehrprogramm.

Durch die Zusammenarbeit mit Katastrophenmediziner Prof. Dr. Bernd Domres, dem Präsidenten des Instituts und der Stiftung für Katastrophenmedizin, bei der Entwicklung von Konzepten zur Dekontamination von Verletzten entwickelte sich diese Kooperation der Pfullinger Wehr in Sachen Aus- und Weiterbildung von Medizinstudenten.

Die Feuerwehr Pfullingen stellt durch ihre Ausbildung und langjährige Erfahrung mit der vom Bund zur Verfügung gestellten und in Pfullingen stationierten Sonderausrüstung personell die Sondereinheit zur Dekontamination von Personen und Verletzten im Kreis Reutlingen. Diese Sondereinheit war beispielsweise in den Gefahrenabwehrplan der Fußball-WM in Stuttgart und beim Nato-Gipfel in Baden-Baden und Kehl eingebunden.

Die Vorstellung des Konzeptes zur Versorgung, Dekontamination und Weiterbehandlung von mit Gefahrstoffen kontaminierten Verletzten unter Beachtung des Eigenschutzes der Helfer sowie die Vorstellung der vorhandenen Ausrüstung des Bevölkerungsschutzes sollte an diesem Abend erfolgen.

Nach der theoretischen Einführung zum Thema durch den Leiter der Werkfeuerwehr Robert Bosch GmbH Reutlingen, Dipl.-Ing. (FH) Rainer Wenke, wurde den Teilnehmern in der Fahrzeughalle des Pfullinger Feuerwehrhauses die praktische Umsetzung dieses Konzeptes demonstriert.

Personal von Feuerwehr und Rettungsdienst in Schutzkleidung schleuste und versorgte eine "verletzte und kontaminierte" Person durch den vorbereiteten Behandlungsplatz. Die Grobreinigung, Überprüfung der Vitalfunktionen, das Ablegen der kontaminierten Bekleidung, die Erstversorgung der Verletzungen, die Dekontamination der betroffenen Körperstellen und schließlich die Übergabe und der Abtransport zur Weiterbehandlung in eine Klinik wurden demonstriert und erläutert. Anschließend konnten die Medizinstudenten die Ausrüstung besichtigen und die Helfer befragen.

Beeindruckt vom ehrenamtlichen Engagement, dem Ausbildungsstand der Helfer und der vorgehaltenen Ausrüstung, traten die Teilnehmer nach gut zwei Stunden ihre Rückfahrt nach Tübingen an, aber nicht ohne die Ankündigung der Ausbilder, mit der vierten Sommerakademie wiederzukommen.

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