Kaffee, Tee und Häppchen. Die drei großen Städte der Region Neckar-Alb hatten am Mittwochmorgen zu einem entspannten Pressegespräch in lockerer Atmosphäre eingeladen. Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Ein letztes tiefes Luftholen, bevor es für alle Beteiligten am Samstag neun Tage lang auf die Urlaubsmesse CMT (Caravan-Motor-Touristik) nach Stuttgart geht. Der größten Publikumsmesse für Tourismus weltweit, vom 11. bis zum 19. Januar.

„Finanziell und personell sind Messen ein unglaublicher Aufwand für die Städte“, erklärt Gabriele Eberle vom Bürger- und Verkehrsverein Tübingen. Für viele Gemeinden sei die Belastung zu groß geworden. Um diesen Trend etwas entgegen zu setzen, haben sich Tübingen, Reutlingen und Metzingen bereits vor sechs Jahren zu dem Gemeinschaftprojekt „Städteperlen“ zusammengeschlossen. Durch die Kooperation wollen sich die drei Städte bei der Konzeption, Planung und Ausführung der jeweiligen Messe-Auftritte und im Tourismus unterstützen. Auch in diesem Jahr teilen sich die Städtepartner wieder die rund 72 Quadratmeter Standfläche in Halle 6 unter dem Dach des Tourismusverbandes Schwäbische Alb.

„Für uns ist diese Kooperation jedes Jahr eine tolle Unterstützung“, erklärt Nadine Wegner, Projektmanagerin beim Stadtmarketing Reutlingen (StaRT). Sie sind mit insgesamt 15 Mitarbeitern vor Ort, darunter auch das Mutschel-Maskottchen. Gemeinsam könne man iniges mehr stemmen, so Wegner. Eberle betont: „In unsere Städte kommen vor allem Tagestouristen. Selten bleibt jemand über Nacht. Das wollen wir ändern.“ Gemeinsam in einer Kooperation aufzutreten, habe den Vorteil, dass man durch die räumliche Nähe den Besuchern zahlreiche, unterschiedliche Attraktionen und Sehenswürdigkeiten aus allen drei Städten bieten könne. „In Metzingen kann man gut einkaufen, Tübingen bietet viel Kulturelles, und Reutlingen wird besonders abends interessant“, so die Expertin.

Von Genuss bis Lebensstil

Das gemeinsame Motto der „Städteperlen“ beruht dieses Jahr auf drei Themenfeldern: Lebensstil, Genuss und das kulturelle Erbe. Aus diesem Anlass fokussiert sich der Bürger- und Verkehrsverein Tübingen mit seinem Messeauftritt auf den 250. Geburtstag von Friedrich Hölderlin. So steht den Besuchern ein Soundboard zur Verfügung. Eingesprochene Werke des Dichters können angehört und in ihre Einzelteile zerlegt werden. Ebenso wird für die Wiedereröffnung des Hölderlinturms geworden. Metzingen lockt mit einem transparenten, 200 Kilo schweren LCD-Display, durch das sich die örtlichen Sehenswürdigkeiten und das Stadtbild in einer 3D-Visualisierung darstellen lässt. Mit der Motorworld und dem Weinanbau in der Kommune als Schwerpunktthemen setzt Metzingen vor allem auf Genuss und Lebensstil.

Eine ähnliche Strategie verfolgt auch die Stadt Reutlingen. Sie wirbt bei der Urlaubsmesse unter anderem mit dem abwechslungsreichen Veranstaltungskalender. Von den Mundart-Wochen über das Stadtfest bis hin zum Reutlinger Weindorf biete die Stadt zahlreiche Attraktionen für Besucher, sagt Sebastian Thiel, stellvertretender Leiter des Stadtmarketings. „Gerade auch der ’Sonnenuntergang auf der Achalm’ spricht Besucher an, ebenso das Naturtheater, dass uns auf der Messe unterstützen wird.

#stadthochdrei

Um die Kooperation der „Städteperlen“ auch in den sozialen Medien festzuhalten und zu fördern, wurde nach einer Abstimmung im Internet ein eigener Hashtag ins Leben gerufen: #stadthochdrei. Unter diesem Hashtag sollen Touristen wie Einheimische ihre Eindrücke der Städte in den sozialen Netzwerken teilen können. Dadurch solle das Gemeinschaftsprojekt auch virtuell sichtbar werden.