Reutlingen Treff an der Kreuzung

Reutlingen / JÜRGEN HERDIN 07.04.2015

"Dieser Nagel steht für alle Wunden, die deiner zur Versöhnung ausgestreckten Hand zugefügt werden. Für alle Gewaltbereitschaft und für allen Hang zur Vergeltung. Für alle Lust an der Qual anderer." Und so sprachen die Geistlichen am Samstag über jeden einzelnen Nagel am Kreuze Christi.

Aber freilich wurde in Vorfreude auf das Osterfest auch gesungen: "Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke mein Licht, Christus meine Zuversicht". Dann teilten die Christen sich das Osterfeuer - und jede Gemeinde zog wieder zurück in ihre jeweilige Kirche.

Rund 300 Katholiken und Protestanten trafen sich zu dieser - auch ökumenischen - Zeichensetzung an der Kreuzung der Pfizerstraße mit der Mozartstraße im Reutlinger Süden; auf fast halbem Wege zwischen der evangelischen Kreuzkirche und der katholischen Heilig-Geist-Kirche an der Hindenburgstraße. An den Pfadfindern der Katholiken war es, das Feuer zu entzünden, die Ministranten versammelten sich im großen Rund.

Zuvor wurde bei den Protestanten in der Kreuzkirche die erste Hälfte des Gottesdienstes zur Osternacht gefeiert. Pfarrerin Astrid Gilch-Messerer hatte zur "Stille in der dunklen Kirche" Lesungen aus dem Schöpfungsbericht ebenso gewählt wie aus der Sintflutgeschichte und das Kapitel 37 aus dem Buch des Propheten Hesekiel. Mit "Aus dem Dunkel in das Licht" ging der Gottesdienst in der Kreuzkirche nach der Übergabe des Feuers mit einer Agapefeier weiter.

Mit dem nächtlichen Osterfeuer feiert man die Auferstehung Jesu, die Befreiung von allem Bösen und das ewige Leben.