Theaterneubau Tonne: FWV fordert Sonderprüfung

Reutlingen / swp 21.11.2016

Die FWV-Fraktion im Gemeinderat hat den Antrag gestellt, die Kostenentwicklung beim Theaterneubau „Tonne“ mit den bislang angelaufenen Mehrkosten von 1,72 Millionen Euro mittels einer außerordentlichen Bauprüfung durch die Gemeindeprüfungsanstalt Baden-Württemberg prüfen und untersuchen zu lassen. Gegenstand der Prüfung soll dabei, wie es in dem vom Fraktionsvorsitzenden Jürgen Fuchs unterzeichneten Antrag heißt,  unter anderem sein:
⬛ Wie haben sich die Kosten vom Wettbewerbsergebnis mit der ersten Kostenberechnung des Architekten über den Baubeschluss bis heute entwickelt und mit welchen weiteren Kosten ist bis zur Fertigstellung zu rechnen? Sind diese Kosten dann etwa in der Höhe der ersten Kostenschätzung des Architekten?
⬛ Wie kam es zu der Erhöhung von Nebenkosten und Honorare der Planer und Controller?
⬛ Wurden Vorgaben gemacht beziehungsweise vereinbart, um die Kosten für den Baubeschluss zu reduzieren, in dem Bewusstsein, dass diese später anfallen werden und wurden weitere kalkulierbare Risiken bewusst in Kauf genommen, ohne diese zu veranschlagen?
⬛ Wer ist für die einzelnen Kostenüberschreitungen, beziehungsweise den finanziellen Schaden verantwortlich und wer kann gegebenenfalls in Regress genommen werden?
⬛ Zeigten die Protokolle und die Kostenverfolgung des Architekten und des beauftragten Baucontrollers diese Entwicklung auf, und wie erfolgte die Information der Verwaltung und der gemeinderätlichen Gremien?

„Die exorbitante Steigerung der Baukosten von 8,4 Mio. € auf 10,1 Mio. € ist schwer nachvollziehbar“ schreibt Fuchs. „Sowohl die Vorlage der Verwaltung 16/019/02 als die gegebenen weiteren Erläuterungen und Klärungsversuche lassen noch viele Fragen offen und konnten die Unschärfe bei der Kostenentwicklung, bei den Nebenkosten, Honorare, zusätzlichen Leistungen, dem Aushub von kontaminiertem Erdreich, Kostenzuordnungen für die Außenanlagen und vieles mehr, nicht beseitigen.“ Ebenso blieben Fragen offen hinsichtlich der zu erwartenden Gesamtkosten im Blick auf die ursprünglich vom Architekten genannten Kosten, die „optimiert“ wurden? „Gab es seinerzeit Vorgaben und wenn ja, wie wirkten sich diese aus?“ Diese Aufklärung könne nur durch eine objektive und unabhängige Prüfung des Sachverhalts erfolgen.